Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation
Günther Anfang, JFF - Institut für Medienpädagogik, Leitung des Arbeitsbereichs Praxis
Wir haben in den letzten fünf Jahren den Handyclip-Wettbewerb 'Ohrenblick mal!' ins Leben gerufen.
Mit O2 zusammen haben wir diesen Wettbewerb bundesweit durchgeführt. Er soll Kinder und Jugendliche anregen, das Handy kreativ für eigene Geschichten zu nutzen.
Wir sehen diese Aktivitäten nicht nur unter dem Aspekt, dass es darum geht, kreative Möglichkeiten des Handys zu nutzen, sondern auch über Risiken des Handys aufzuklären.
Mit O2 zusammen haben wir diesen Wettbewerb bundesweit durchgeführt. Er soll Kinder und Jugendliche anregen, das Handy kreativ für eigene Geschichten zu nutzen.
Wir sehen diese Aktivitäten nicht nur unter dem Aspekt, dass es darum geht, kreative Möglichkeiten des Handys zu nutzen, sondern auch über Risiken des Handys aufzuklären.

Der kompetente und verantwortungsbewusste Umgang mit Medien ist heute eine Schlüsselqualifikation. Dies betrifft den Beruf ebenso wie die Freizeit. Wir unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, souverän mit Handy und Internet umzugehen. Eltern und Lehrer informieren wir über die Risiken und Potenziale der Kommunikationstechnik.
Nahezu jeder Jugendliche in Deutschland besitzt ein Handy. Mehr als neun von zehn Geräten sind mit einer Digitalkamera ausgestattet und79 Prozent der Jugendlichen können mit ihren Handys mobil ins Internet gehen. Das heißt: Mobiltelefone dienen nicht mehr nur dem Telefonieren oder dem Versand von SMS. Für Jugendliche sind sie die Verbindung zu Freunden und zum Internet mit seinen boomenden sozialen Netzwerken. Neben den vielen Vorteilen dieser Entwicklungen gilt es aber auch, nachteiligen Trends der Mediennutzung zu begegnen. Phänomene wie Happy Slapping (dabei schlagen sich Jugendliche, um dies mit dem Handy zu filmen) zeugen von einem unbekümmerten Medienumgang, der verstärkt zu Konflikten führt. Umso wichtiger ist es, den jungen Menschen Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln und ihnen Wege zu zeigen, wie sie die neuen Medien souverän und kompetent nutzen können.
Nahezu jeder Jugendliche in Deutschland besitzt ein Handy. Mehr als neun von zehn Geräten sind mit einer Digitalkamera ausgestattet und
JIM (Jugend, Information, Multi-Media) Studie 2009.
Kinder und Jugendliche zielgruppenspezifisch ansprechen
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist ein Schwerpunkt unserer Corporate Responsibility Strategie und Teil unserer Selbstverpflichtung zum Jugendmedienschutz. 2010 wollen wir mindestens 7.500 Jugendliche durch unsere Medienkompetenz-Projekte erreichen und ihnen Chancen und Risiken im Umgang mit Handy und Internet vermitteln. Wir möchten vor allem jungen Menschen Möglichkeiten und Praxiswissen vermitteln und sie im Umgang mit neuen Technologien stärken. Wir zeigen ihnen, wie sie moderne Kommunikationstechnik kreativ und verantwortlich nutzen können und achten dabei auf eine zielgruppengerechte Ansprache. Wir laden zu Schulungen und Dialogen ein und stoßen öffentliche Diskussionen an.
Im Jahr 2009 haben wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Medienkompetenz realisiert. Damit haben wir zahlreiche Kinder und Jugendliche erreicht.
Jugendliche für Medienkompetenz begeistern
In Zusammenarbeit mit dem JFF - Institut für Medienpädagogik haben wir seit 2008 "Medienkompetenztage" veranstaltet. Dazu haben wir in unsere mobile Veranstaltungshalle "O2 World on tour" eingeladen. Die Veranstaltungen richten sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren. 2009 haben wir dreimal zu den Medienkompetenztagen eingeladen. In Hamburg, Köln und München besuchten uns rund 1.000 Jugendliche und 50 Lehrerinnen und Lehrer. Ziel war, den Teenagern spielerisch einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Handy und Internet zu vermitteln. So wurden die von Medienpädagogen des JFF vermittelten Inhalte etwa zum Thema Datenschutz und soziale Netzwerke im Internet in einem Quiz abgefragt.
Die Jugendlichen konnten auch mit ihren Handys selbst Videos zum Thema "Nah dran" drehen. Professionelle Cutter haben das Material anschließend geschnitten. Zum Abschluss des Tages wurden alle Beiträge präsentiert. Wer wollte, konnte sich auch am Wettbewerb "Ohrenblick mal!" beteiligen, den das JFF ins Leben gerufen hat und O2 seit dessen Gründung unterstützt. Die besten Handy-Clips des Wettbewerbs wurden Ende November in München bei einer Preisverleihung ausgezeichnet.
Umfrage bestätigt gute Resonanz bei Jugendlichen
In einer Umfrage unter 229 Teilnehmern der Medienkompetenztage gab mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Jugendlichen an, Neues zum Thema Handy und Internet gelernt zu haben. Besonders das Thema Datenschutz in Social Communities war vielen unbekannt, denn 63 Prozent erklärten anschließend, neue Erkenntnisse zu ihren Rechten im Netz gewonnen zu haben. 33 Prozent lernten bis dato Unbekanntes zum Thema Mobilfunk und Gesundheit.
Schüler und Lehrer befähigen
Seit 2004 unterstützen wir als Partner der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung die internetbasierte Plattform SCHOLA-21, die dem schulischen Projektunterricht dient. Dabei können Schüler gemeinsame Projekte online entwickeln, bearbeiten und präsentieren. Für Lehrer stellt SCHOLA-21 Materialien zur Unterrichtsvorbereitung bereit. Seit dem Start der Plattform im Jahr 2004 haben sich nahezu 5.000 Schulen und über 37.000 Benutzer registriert. Eines der interaktiven Lernprojekte ist die SCHOLA-21-Online-Debatte zum Thema "Mein Leben im Netz" auf der sich 30 Schüler sechs Wochen lang austauschten. Das Bloggen verbindet den formalen Unterricht mit der informellen Welt des Internets. In einem anderen, von O2 unterstützten Projekt, die SCHOLA-21-Reporter-Akademie, lernten 50 Berliner Schüler zehn Wochen lang journalistische Darstellungsformen. Die unter Anleitung von Journalisten selbst geschriebenen Sportreportagen, Nachrichten oder Kolumnen wurden Ende des Jahres 2009 im Museum für Kommunikation präsentiert.
Wir wollen, dass unsere Maßnahmen möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen. Deswegen arbeiten wir gemeinsam mit Partnern und Lehrern daran, das Thema Medienkompetenz auch an die Schulen zu bringen. Mit Unterstützung der Initiative D21 bieten wir so genannte Lehrercamps an. In diesen Workshops können sich junge Referendarinnen und Referendare über innovative Formen des Lehrens und Lernens unter Einsatz von Kommunikationsmedien informieren. Die Federführung hatte das Deutsche Kinder- und Jugendinstitut (DKJI). Für das Projekt "Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft!" sind wir seit Herbst 2009 Premiumpartner. O2 engagiert sich mit anderen Partnern für dieses Projekt, um Pädagogen ein Forum zu bieten, in dem sie ihre Erfahrungen und Konzepte im Umgang mit IT im Unterricht austauschen können.
Gemeinsam mit Europas führenden Internet-, Mobilfunk- und sozialen Netzwerkanbietern und in enger Zusammenarbeit mit European Schoolnet - einem gemeinnützigen Netzwerk aus über 25 europäischen Bildungs- und Kultusministerien - hat Telefónica Europe dazu beigetragen, dass die Onlineplattform TeachToday http://de.teachtoday.eu/ im April 2008 online gehen konnte. Sie bietet Lehrern Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen im Umgang mit den neuen Medien und behandelt Fragen zu interaktiven Kommunikationstechnologien, mit denen die Schulen konfrontiert sind. Dazu gehören Mobbing übers Handy oder übers Internet, das Veröffentlichen von Fotos, die Persönlichkeitsrechte verletzen, auf Internetseiten sozialer Netzwerke und der unbedachte Umgang mit persönlichen Daten. Mit der Unterstützung der Initiative TeachToday möchte O2 dazu beitragen, dass Lehrern und Eltern umfangreiche Informationen zum Umgang mit neuen Kommunikationstechnologien zur Verfügung gestellt werden: zum Beispiel Regeln und Tipps für den Alltag, Ideen für den Unterricht sowie Informationen über die neuesten Trends.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit kompetenten Kooperationspartnern Kinder, Jugendliche und Eltern für den verantwortungsbewussten und produktiven Umgang mit unseren Produkten und Services zu sensibilisieren.
Kindern einen geschützten Surfraum bieten
Drei Viertel aller Kinder haben zu Hause einen Zugang zum Internet. Wir möchten ihnen helfen, selbstbestimmt und verantwortungsvoll damit umzugehen. Die Suchmaschine "www.fragFinn.de" stellt einen geschützten Surfraum für Kinder dar. Eltern, die diese Suchmaschine auf dem eigenen PC oder dem der Kinder installieren, können sicher sein, dass ihr Nachwuchs dabei nur auf Seiten gelangt, deren Inhalte kindgerecht sind. Denn hinter "fragFinn" steht eine so genannte
Eine Whitelist (deutsch: Weiße Liste) oder Positivliste bezeichnet ein Werkzeug, mit dessen Hilfe z.B. Personen, Unternehmen, Programme oder Substanzen zusammengefasst werden, welche nach Meinung der Verfasser der Liste vertrauenswürdig sind.
Eltern informieren
Bei unserem Bemühen, Kinder und Jugendliche für Medienkompetenz zu sensibilisieren, sind wir auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. In Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Bayern haben wir 2009 deswegen spezielle Informationsveranstaltungen für Eltern durchgeführt. Unter dem Motto "Starke Eltern - Starke Kinder" luden wir sie ein, die Medienwelt der Kinder zu entdecken. Dabei ging es auch um die Frage, wie Eltern ihren Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Handy und Internet vermitteln können. Dieses Projekt wurde 2009 abgeschlossen und wird zukünftig unter dem Titel "Starke Eltern" unter der Ägide des Informationszentrums Mobilfunk (IZMF) fortgeführt. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen will, findet unter folgendem Link Informationen und Tipps:
Mitarbeiter als Kompetenztrainer einsetzen
Wir verstehen auch unsere Mitarbeiter als wichtige Multiplikatoren für das Medienkompetenzthema - im beruflichen wie im privaten Bereich. Im Rahmen unserer Corporate Volunteering Angebote haben sie die Möglichkeit, in ausgewählten Projekten Kindern und Jugendlichen den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Handy zu vermitteln. Mitarbeiter, die dies tun möchten, können sich dafür schulen lassen und werden bis zu zwei Tage für die Durchführung der Projekte freigestellt. Im Oktober 2009 haben wir in unserer Münchener Zentrale zahlreiche Mitarbeiter dazu fortgebildet. Im nächsten Jahr sollen 80 Prozent der Mitarbeiter aus den Bereichen Sales und
Customer Service (deutsch: Kundendienst) bezeichnet die Einheit in einem Unternehmen, die sich um die Belange der Kunden kümmert. Dazu gehören u.a. Beschwerden, Reklamationen oder Reparaturen.
Den Dialog suchen
Auf der Internetplattform www.diskutiere.de haben wir 2009 zur Diskussion um das Thema Medienkompetenz angeregt. Die Frage, die wir gemeinsam mit interessierten
Unter Stakeholdern (deutsch: Anspruchsgruppen) versteht man jene Gruppen, die ein berechtigtes Interesse daran haben, wie sich ein Unternehmen verhält und wie es sich entwickelt. Das Interesse kann finanzieller oder nichtfinanzieller Art sein. Beispiele für Stakeholder sind Kunden, Anteilseigner und Investoren, Mitarbeiter, Kommunen und Nichtregierungsorganisationen.
