Barrieren abbauen

Die digitale Integration von Menschen mit Behinderung ist ein Schwerpunkt unserer CR-Strategie. Wir möchten dazu beitragen, dass diese Menschen von den Möglichkeiten der Telekommunikation profitieren können.

Dasselbe gilt für ältere Menschen, die in ihrer Seh- und Hörfähigkeit eingeschränkt sind. Seit 2008 widmen wir uns verstärkt den Bedürfnissen dieser Zielgruppen. Mit barrierefreien Angeboten nehmen wir nicht nur unsere gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmen wahr, sondern erschließen uns eine neue und wichtige Kundengruppe.
Erste Angebote entwickelt
Begonnen haben wir unser Engagement mit so genannten Einfach-Handys, die wir in Kooperation mit Tchibo anbieten und die über ein vereinfachtes Menü, große Tasten und extra laute Klingeltöne verfügen. Auch unsere bestehenden Tarife und Services kommen bereits heute bestimmten Bedürfnissen unserer hör- und sehgeschädigten Kunden entgegen. Im O2 o Tarif ohne Grundgebühr zahlen sie nur für Services, die sie tatsächlich nutzen können. Ende 2009 haben wir mit der Entwicklung von speziellen Angeboten für hörgeschädigte Menschen begonnen, die im zweiten Quartal 2010 eingeführt werden sollen.

Im Kundenservice begegnen wir den speziellen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen durch geeignete Kommunikationskanäle. Zusätzlich zur klassischen Telefonhotline, die insbesondere für Menschen mit Hörschädigung oft nicht nutzbar ist, bieten wir die Möglichkeit sich über E-Mails mit unseren Kundenberatern in Kontakt zu setzen. Zudem starten wir in 2010 einen Piloten, der den Kunden die Möglichkeit bietet, in Echtzeit mit ihrem Berater zu "chatten".
Bedürfnisse besser verstehen
Um die Bedürfnisse gegenwärtiger und potentieller Kunden noch besser zu verstehen, stehen wir seit Anfang 2009 in intensivem Dialog mit Betroffenen, Experten und Interessierten. Im gezielten Austausch mit ihnen wollen wir herausfinden, was wir tun können um Technologien, Produkte und Serviceangebote für Menschen mit Behinderung zu optimieren. Zu diesem Zweck haben wir im Herbst 2009 auf der Online-Diskussionsplattform www.diskutiere.de gemeinsam mit der Initiative UPJ (Unternehmen Partner der Jugend) eine Debatte zum Thema angeregt.

Das Motto der Online-Diskussion lautete: "Brücke oder Graben: Welchen Einfluss hat die Telekommunikation auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung?" Eingeladen waren vor allem Betroffene und Experten, uns Anregungen zu geben. Die Ergebnisse der Diskussion werden Anfang 2010 ausgewertet und bei einer Abschlussveranstaltung in München präsentiert.
Barrierefreiheit für hörgeschädigte Menschen
Vielen Menschen mit einer Hörschädigung können Technologien, die Sprache in Text (Speech-to-Text) verwandeln, helfen, sich an der Kommunikation zu beteiligen. Einen solchen Dienst, der Menschen mit Hörschädigung einen leichteren Zugang zu Wissen und Informationen ermöglicht, entwickelt die VerbaVoice GmbH in Zusammenarbeit mit Telefónica O2 Germany im Rahmen eines Pilotprojekts, das die Übertragung des gesprochenen Worts in Text ermöglicht. Dieser Text wird über eine eigens dafür eingerichtete Internetplattform auf dem mobilen Endgerät des Hörgeschädigten mithilfe innovativer Technologien und Schriftdolmetschverfahren übermittelt.

Der Hörgeschädigte kann auf diese Weise dem Gesprochenen nahezu in Echtzeit durch Mitlesen folgen. Als Kooperationspartner stellt O2 für die Pilotphase die notwendige Technik zur Verfügung und entwickelt attraktive Produktlösungen, die schließlich in einem maßgeschneiderten Angebot für Hörgeschädigte münden sollen.

Zurzeit laufen bereits erfolgreiche Tests, wie beispielsweise hörgeschädigte Jugendliche dank dieses Schriftdolmetsch-Dienstes am Unterricht in einer Regelschule teilnehmen können. Ab Herbst 2010 soll der Service auch auf Mobiltelefonen erhältlich sein.
Barrierefreiheit für sehbehinderte Menschen
Für Menschen mit Sehschwäche ist das auf Text und visuelle Reize ausgelegte Internet schwer zugänglich. Verfahren, die Text in Sprache verwandeln (Text-to-Speech), können ihnen eine Teilhabe an dem breiten Informationsfundus ermöglichen. O2 hat eine sogenannte Text-to-Speech Funktion erstmals für den 2009 erschienenen Corporate Responsibility Report 2008 umgesetzt, und auch unser Unternehmensportal ist mit einem solchen Service ausgestattet. Für das kommende Jahr haben wir uns vorgenommen, auch das Kundenportal auf eine derartige Möglichkeit hin zu prüfen.
Von Menschen mit Behinderung lernen
Um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung auch in unserer eigenen Erfahrungswelt im Unternehmen besser kennenzulernen, haben wir im Dezember 2009 einen Rahmenvertrag mit der Münchner Stiftung Pfennigparade abgeschlossen. Die Stiftung fördert und betreut körperbehinderte Menschen und vermittelt uns im Rahmen der Partnerschaft qualifizierte Fachkräfte in der Informationstechnik sowie in kaufmännischen und technischen Bereichen.