Zusammenhänge verstehen und zukunftsweisend nutzen

In fast allen Lebensbereichen machen wir Pläne. Und wenn sie unbedingt funktionieren sollen, dann braucht die Planung auch eine besonders gute Grundlage. Im Privatleben können das persönliche Erfahrungen sein, doch Unternehmen und Politik benötigen noch viel mehr: Am besten verlässliche Zahlenangaben, die möglichst neu sind. Der Idealfall wären Statistiken, die eine breite Basis haben und sich jederzeit erzeugen lassen, wodurch ihre Ergebnisse immer aktuell sind. Sie könnten in Zukunft beispielsweise folgende für uns alle wichtige Fragen beantworten:

Wie komme ich am nächsten Stau vorbei?

Viele Navigationsgeräte für Autos haben diese Funktion schon eingebaut und die Navi-Apps für Smartphones sowieso: Die automatische Stau-Erkennung. Doch woher wissen die Geräte so gut Bescheid? Durch Sensornetzwerke, die auf Schnellstraßen in die Fahrbahn eingebaut sind. Noch bessere Ergebnisse würden jedoch statistische Echtzeit-Auswertungen anonymer Daten aus Mobilfunknetzen liefern. Damit ließen sich auch kleinere Straßen erfassen, wo es keine Sensoren gibt. Wenn Autos langsamer fahren und die Handys ihrer Fahrer immer gemächlicher von einer Funkzelle zur nächsten wechseln, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Stau. In der Folge könnte das Navi eine bessere neue Route berechnen, als wenn nur Informationen von Hauptverkehrsstraßen vorliegen. Für diese Echtzeit-Statistik ist egal, wer am Steuer sitzt. Entscheidend ist vielmehr das Muster, das die Masse der Mobilfunkgeräte zu Tage fördert.

Wie baut man das bestmögliche Mobilfunknetz?

Statistische Analysen könnten aber auch helfen, das Angebot beim Mobilfunk optimal auf die Nachfrage der Kunden abzustimmen. Wie viele Nutzer werden demnächst an einem bestimmten Standort telefonieren? Und wie viel Datenkapazität benötigen sie, wenn sie dort ins Internet gehen? Das lässt sich berechnen, indem man langfristige Trends erkennt, die sich aus der aktuellen Nutzung ablesen lassen. Die Statistik macht es möglich. Man braucht lediglich anonyme Daten einer ausreichend großen Menge von Mobilfunknutzern. Damit lassen sich dann präzise Entscheidungen über den weiteren Ausbau der Netze treffen.

Wie baut man die Stadt der Zukunft?

Statistische Analysen könnten auch gesellschaftlich einen großen Nutzen stiften, weil sie bedarfsgerechte Mobilitätskonzepte ermöglichen. Sie würden Antworten auf wichtige Fragen liefern: Welche Straßen sind besonders beansprucht? Wo werden mehr Buslinien benötigt? Ein besseres Verständnis der städtischen Infrastruktur könnte ihren optimalen Ausbau ermöglichen. In der Stadt der Zukunft wird sich der Verkehr vielleicht sogar selbst organisieren: Smart Cities analysieren ihren Fahrzeugstrom in Echtzeit und leiten ihn mit flexiblen Beschilderungen genau dorthin, wo er am besten fließen kann. Oder sie empfehlen gleich das Umsteigen auf Taxi, Carsharing oder öffentlichen Nahverkehr und senden automatisch ein passendes Fahrzeug. Das spart Zeit und Treibstoff – und es schont die Umwelt.