Panel-Diskussion

Kann ein Handy grün und fair sein?

MÜNCHEN. "Wozu grün und fair - Hauptsache Handys sind smart, schnell und schick!?" Dieser Frage gingen gestern Abend über 70 Verbraucher und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach. Zur Diskussionsrunde hatten der gemeinnützige Verein UPJ und Telefónica Germany eingeladen.

Sozial- und Umweltverträglichkeit von Handys

Sind grüne Handys ein Widerspruch an sich? Bislang sorgen sich Verbraucher noch wenig um die Sozial- und Umweltverträglichkeit ihrer Handys. Sind sie sich der Gefahren einfach nicht bewusst - oder mangelt es an nachhaltigen Angeboten?
Claudia Langer, Geschäftsführerin der Utopia AG appelliert an die Unternehmen: "Ich sehe bei den TK-Anbietern und Mobilfunkherstellern viele Ansatzpunkte, um das noch wenig ausgeprägte Bewusstsein der Verbraucher für das Thema Nachhaltigkeit zu schaffen und zu schärfen. Handys sind Schatzkisten, wir müssen diese Schätze nur heben."
Auf die Notwendigkeit sozial- und umweltverträglicher Mobiltelefone machte Dieter Janecek, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Bayern aufmerksam: "Es ist höchste Zeit, dass die Debatte über die ökologische und soziale Verantwortung von Handys geführt wird. Mögliche Krebsgefahren durch den Mobilfunk, gigantische Elektroschrottberge in Afrika oder der verheerende Coltan-Abbau im Kongo sind nur einige Stichworte fehlender globaler Gerechtigkeit und mangelnder Nachhaltigkeit."
Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender beim Germanwatch e.V. ergänzt: "Die großen Netzanbieter sind gefordert und werden von den unabhängigen NGOs dabei aufmerksam beobachtet, ihre soziale und ökologische Vorreiter- und Vorbildfunktion wahrzunehmen und darauf zu achten, was beim Lebenszyklus von der Wiege bis zur Bahre von Produkten berücksichtigt und transparent gemacht wird."
Einigkeit herrschte darüber, dass die Telekommunikationsbranche dringend mehr Verantwortung übernehmen sollte. André Krause, CFO Telefónica Germany, informiert zu den ersten Maßnahmen: "Mit mehr als 20 Millionen Kunden erreichen wir rein rechnerisch jeden vierten Bürger in Deutschland. Momentan stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung, aber wir wollen diesen großen Hebel nutzen und unsere Kunden zu einem zukunftsorientierten, nachhaltigen Handeln befähigen. Beispielsweise in dem wir sie darin unterstützen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen", so Krause. "Mit dem Eco Index, einem Bewertungssystem für die Nachhaltigkeit der Handys im Online-Shop von O2, schaffen wir eine entsprechende Transparenz."
Michael Bültmann, Geschäftsführer der Nokia GmbH ergänzt: "Nokia reicht es nicht, wenige grüne Vorzeigeprodukte im Portfolio zu haben. Wir wollen, dass alle unsere Produkte nachhaltig sind. Deshalb setzten wir auf wieder verwertbare Materialien und vermeiden die Nutzung risikobehafteter Stoffe. Weil wir unseren Verbrauchern Transparenz bieten möchten, erstellen wir für jedes unserer Produkte ein Umweltprofil, das sich öffentlich im Internet von Nokia einsehen lässt."
Eine Vielzahl der Teilnehmer aus dem Publikum forderte Anbieter und Hersteller auf, die Verbraucher aufzuklären und sie dafür zu sensibilisieren, nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen. Dies bestätigt auch die zugehörige Umfrage auf www.diskutiere.de: Zwar beziehen 85 Prozent der Befragten (1.000 Teilnehmer) den Nachhaltigkeitsaspekt in die Kaufentscheidung ein, für nur fünf Prozent ist die Nachhaltigkeit von Mobiltelefonen allerdings ein zentraler Kaufaspekt. 69 Prozent der Konsumenten berücksichtigen hier hauptsächlich die Funktionalität. Noch bis zum 11. Juli 2011 können alle Interessierten die Diskussion unter www.diskutiere.de fortführen. Zusätzliche Informationen zu den Aktivitäten Klima und Umwelt von Telefónica Germany sind im Corporate Responsibility Report 2010 unter www.telefonica.de/verantwortung verfügbar.
Telefónica Germany GmbH & Co. OHG gehört mit seinen Marken O2 und Alice zu Telefónica Europe und ist Teil des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica S.A. Das Unternehmen bietet seinen Privat- wie Geschäftskunden in Deutschland Post- und Prepaid-Mobilfunkprodukte sowie innovative mobile Datendienste auf Basis der GPRS- und UMTS-Technologie an. Darüber hinaus stellt das Unternehmen als integrierter Kommunikationsanbieter auch DSL-Festnetztelefonie und Highspeed-Internet zur Verfügung. Laut Netztest 2010 der Fachzeitschrift connect (Ausgabe 12/10) ist das O2 Netz Spitzenreiter bei der Zuverlässigkeit von Datei-Downloads und geht auch in der Kategorie Telefonie als Sieger hervor. Im Gesamtergebnis belegt das Unternehmen den zweiten Platz. Telefónica Europe hat mehr als 57 Millionen Mobil- und Festnetzkunden in Großbritannien, Irland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. UPJ ist das Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen, indem sie neue Verbindungen zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Verwaltungen schaffen. Diese Akteure unterstützt der gemeinnützige UPJ e.V. darüber hinaus mit Informationen und Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility Aktivitäten.