Kabelnetzzugang für Telefónica Deutschland:Endlich echter Wettbewerb im deutschen Festnetz

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Valentina Daiber
Die Frequenzauktion liegt hinter uns, da steht schon die nächste richtungsweisende Entscheidung zur Zukunft des deutschen Telekommunikationsmarktes an: Die Europäische Kommission entscheidet in Kürze darüber, ob Vodafone weite Teile des europäischen Kabelnetzes von Liberty Global kaufen darf. Ein Namensbeitrag von Vorständin Valentina Daiber. Für Deutschland geht es um den Netzbetreiber Unitymedia und darum, ob es erstmals seit der Liberalisierungswelle der 1990er und frühen 2000er Jahre wieder ein einheitliches deutschlandweites Kabelnetz geben soll. Die Kommission, genauso wie zahlreiche Marktteilnehmer – wir eingeschlossen – sahen das kritisch, weil eine solche Konsolidierung eine deutliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs in Deutschland befürchten ließ.

Attraktive Alternative zum Netz der Telekom

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Nur eine Öffnung dieses konsolidierten Kabelnetzes für einen leistungsstarken Anbieter könnte dieses Marktproblem beheben. Im April gab es dafür dann die Lösung: Vodafone entschied sich nach intensiven Verhandlungen, sein Kabelnetz für Telefónica Deutschland zu öffnen, falls die Transaktion von der EU-Kommission genehmigt wird. Dadurch könnten wir auf diesem leistungsstarken Netz Highspeed-Breitbandinternetdienste sowie Sprachtelefonie, internet-basierte TV-Dienste und Bündelprodukte anbieten. Dieses Abkommen bietet unseren Kunden eine attraktive Alternative zum schnellen DSL-Netz der Deutschen Telekom, das aktuell die alleinige technologische Basis unserer Festnetzprodukte ist. Wir könnten deutschlandweit bis zu 24 Millionen Haushalte mit attraktiven kabelbasierten Diensten von O2 versorgen. Das würde extrem hohe Surfgeschwindigkeiten zu attraktiven Konditionen und eine größere Auswahl an Angeboten bedeuten. Die Öffnung von Vodafones Kabelnetz verändert die Struktur des Festnetzmarktes grundlegend. Es schafft nicht nur zum ersten Mal überhaupt Wettbewerb im Gestattungs- oder Wholesale-Markt für Festnetzprodukte. Bisher war die Telekom hier die einzige Adresse, an die man sich als Anbieter wenden konnte.

Wir bringen alles mit, um den Wettbewerb zu beleben

Diese Lösung sorgt auch dafür, dass sich die Netzbetreiber einem Infrastrukturwettbewerb stellen müssen, um attraktiv für Wholesale-Abnehmer zu sein. Das dürfte sich doppelt positiv auswirken: Zum einen durch eine gesteigerte Leistung, von der die Kunden profitieren; zum anderen durch mehr Investitionen in zugrundeliegende Infrastruktur. Das Zugangs-Abkommen ist gut für den deutschen Markt. Telefónica Deutschland ist ideal positioniert, um den Festnetzwettbewerb in Schwung zu bringen. Wir haben die finanziellen Mittel, die Expertise und einen starken Anreiz, uns in den Kampf um die Gunst der Kunden zu stürzen. Jeder zweite in Deutschland nutzt unser Netz, und wir wollen die steigende Nachfrage dieser Menschen nach konvergenten Produkten bedienen. Wir freuen uns auf die Herausforderung.

Autor: Valentina Daiber

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Valentina Daiber ist Vorstand Recht und Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland.