5G im Gesundheitswesen:Digital Health – wenn Daten Leben retten können

Heute tragen wir Fitnesstracker, die via Bluetooth mit dem Mobiltelefon verbunden sind. Per App synchronisieren wir diese Tracker oder Smartwatch mit dem Handy, um uns die Daten ganz genau anzuschauen und auszuwerten. Das alles ist heute Normalität. Der neue Mobilfunkstandard 5G wird jedoch vieles auf den Kopf stellen und Verbrauchern zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen. Was man landläufig „disruptiv“ nennt, wird man auch im Bereich Gesundheit sehen.

Echtzeit-Vitaldaten und smarte Rettungswagen

Mit intelligenter Vernetzung und leistungsstarken Mobilfunknetzen entstehen sowohl im Krankenhaus als auch für jeden Verbraucher völlig neue Möglichkeiten, um gesund zu werden und – noch besser – gesund zu bleiben. Denn dank des neuen Mobilfunkstandards 5G können Fitnessuhren ständig in Echtzeit den Blutdruck und viele weitere Vitaldaten an den Nutzer oder gleich an den zuständigen Arzt übermitteln. Gesundheitliche Zwischenfälle können durch ein Echtzeit-Monitoring verhindert werden, bevor sie entstehen. Insbesondere bei Marathon-Läufen kommt die Überlastung der Athleten nicht selten schleichend. Je umfassender und schneller Informationen über einen Patienten vorliegen, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Und je früher spezifische Informationen aus dem Rettungswagen in der Notaufnahme des Krankenhauses ankommen, desto besser kann sich das behandelnde Personal auf den Fall vorbereiten. Hierzu haben die Kollegen von O2 in Großbritannien in enger Kooperation mit dem National Health Service (NHS) ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. So genannte „smarte Rettungswagen“ sind mit 5G-Technologie ausgestattet. Das ermöglicht eine präzise Videodiagnostik sowie den Einsatz von hochauflösenden Scannern und damit eine optimierte Behandlung der Patienten bereits auf dem Weg ins Krankenhaus. Auch die Frage der Verortung von medizinischen Geräten in großen Krankenhäusern lässt sich mit intelligenter Vernetzung und Tracking-Systemen schnell beantworten. Langes Suchen nach dem mobilen Ultraschall entfällt – ein Blick aufs Smartphone zeigt es an.

Die OP mit 5G

Mit 5G geht aber noch viel mehr in Sachen digitaler Gesundheit. Erstens lassen sich viele Milliarden Euro an Behandlungskosten einsparen. Und zwar vor allem dadurch, dass Zahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten und Besuchen in Arztpraxen durch erste Bestandsaufnahmen per Ferndiagnose deutlich sinken. Zweitens – und das ist viel entscheidender – eröffnet 5G potenziell jedem einzelnen Patienten völlig neue Möglichkeiten und Zugänge zu globaler Top-Medizin. Telefónica hat in enger Zusammenarbeit mit einem Krankenhaus im spanischen Málaga ein Assistenzsystem auf Basis von 5G installiert, mit dem Operationen von verschiedenen Standorten realisiert und unterstützt werden können („Remote Surgery“). In diesem Fall assistierte ein japanischer Arzt in Osaka dem spanischen Ärzteteam per Videoliveschaltung bei der Operation. Hierbei kam auch Virtual Reality zum Einsatz. Da 5G in der Lage ist, große Datenraten bei geringen Latenzzeiten zu transportieren, konnte der OP-Test für das Team sehr erfolgreich gestaltet werden. Ein weiteres Beispiel: Einem chinesischen Parkinson-Patienten wurde in einem Krankenhaus in Peking ein Neurostimulator im Gehirn implantiert. Der spezialisierte Arzt stand in einer Klinik auf der Insel Hainan, 2.700 km von Peking entfernt. Neben solchen eher spektakulären Szenarien sind auch viele Anwendungsfelder denkbar, die unsere Alltagsmedizin revolutionieren. Denn gerade im medizinischen Sektor kann 5G einen seiner größten Vorteile gegenüber LTE (also 4G) ausspielen: die deutlich geringere Latenzzeit. Während im heutigen Mobilfunknetz noch Verzögerungen zwischen 40 und 100 Millisekunden technisch bedingt sind, reduziert sich dieser Wert bei 5G im optimalen Fall auf unter eine Millisekunde. Damit sind große Datenmengen nahezu in Echtzeit übertragbar – eine Grundvoraussetzung für die Datenverarbeitung und –analyse im Gesundheitssektor.

Autor: Florian Streicher

Florian Streicher ist Pressesprecher für das Thema Netz und für die Partnermarken (B2P) von Telefónica Deutschland. Er ist seit 2017 im Bereich Product & Technology Communications tätig. Dort kümmert er sich kommunikativ unter anderem um den Netzausbau, Innovationsthemen sowie Neuigkeiten einzelner Partnermarken.

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-IoT-Studie 2019
-IoT-Pilotprojekt am Flughafen München
-O2 Free mit Connect-Option