CEO Markus Haas in der Frankfurter Rundschau:"Wir sind das Trampolin für die Digitalisierung"

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In einem Interview der Frankfurter Rundschau mit dem Redaktions Netzwerk Deutschland spricht Telefónica Deutschland CEO Markus Haas über die Chancen der Digitalisierung.
In einem Interview mit dem Redaktions Netzwerk Deutschland spricht Telefónica Deutschland CEO Markus Haas über die Chancen der Digitalisierung, Anforderungen an den Netzausbau und eine neue Normalität in der Zusammenarbeit. Das Interview ist am 25. Mai 2020 in der Druck- und in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau erschienen sowie als Zusammenfassung im Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wir geben an dieser Stelle Auszüge wieder. Herr Haas, allenthalben werden jetzt Konjunkturprogramme zum Ankurbeln der Wirtschaft gefordert. Was verlangen Sie? Markus Haas: Unser Unternehmen zeigt sich in der Krise sehr robust. Wir verbinden die Menschen in einer Zeit, in der Abstand das oberste Gebot ist. Darauf konzentrieren wir uns aktuell. In unserer Branche geht es mit Blick nach vorne vor allem um Themen, die auch schon vor der Krise akut waren: Wir benötigen für die sehr unwirtschaftlichen weißen Flecken bei der Breitbandversorgung auch ein Förderprogramm für den Mobilfunk. Bislang war die Förderung stark auf das Festnetz bezogen. Wichtig ist dabei vor allem, dass regulatorische Hürden schnell und konsequent beseitigt werden.
Mehr nicht? Markus Haas: Eine Lehre aus der Krise muss sein, dass wir alle unsere zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel konsequent für den Ausbau der digitalen Infrastruktur einsetzen. Und sie nicht zum großen Teil nutzen, um die Lizenzen zu erwerben. Das Rückgrat für die Digitalisierung Deutschlands sind Fest- und Mobilfunknetze – das hat sich in der Krise einmal mehr gezeigt. Es sollte in Zukunft keine Versteigerungen von Mobilfunk-Frequenzen mehr geben. Dadurch sind der Branche in den vergangenen Jahren viele Milliarden Euro entzogen worden, die sinnvoller in den Ausbau der Netze hätten investiert werden können. Rund 65 Milliarden Euro in den vergangenen 20 Jahren. Andere Vergabeverfahren sind sinnvoller. Natürlich würden wir auch in einem solchen Verfahren einen angemessenen Preis zahlen. Subventionen, Staatshilfe oder Kredite fordern wir nicht! Das wäre vielleicht auch schwer durchsetzbar. Ihre Branche profitiert doch von der Krise? Markus Haas: Wir gehen mit dem anlaufenden Ausbau der neuen 5G-Mobilfunktechnik in eine hochinvestive Phase. Das sind alles Mittel, die komplett in den Standort Deutschland fließen. Erst in den Jahren 2023/2024 steht die Verlängerung bestimmter Lizenzen für Mobilfunkfrequenzen an. Diese sollten allerdings so schnell wie möglich ohne eine Versteigerung durch einen einfachen Verwaltungsakt verlängert werden. Das hat man schon einmal gemacht und das würde Planungssicherheit auch für aktuell anstehende Ausbauinvestitionen schaffen.
Credits: Telefónica Deutschland
CEO Markus Haas: "Wir investieren in den nächsten drei Jahren vier Milliarden Euro. Das ist das bislang größte Investitionsprojekt der Telefónica Deutschland."
Aber ganz uneigennützig machen Sie das nicht. Sie wollen damit schon auch noch Geld verdienen? Markus Haas: Natürlich. Aber wenn uns kein Geld entzogen wird durch teure Versteigerungen, können wir hohe Investitionen für 5G und für ambitionierte Ausbauziele besser schultern und so noch schneller ausbauen. Das nutzt letztlich allen. Wir sind das Trampolin für die Digitalisierung in Deutschland. Durch unsere Netze können alle Unternehmen effizienter werden, die Menschen noch digitaler arbeiten und ihr Leben effizienter und vielfältiger gestalten. Wir investieren in den nächsten drei Jahren vier Milliarden Euro. Das ist das bislang größte Investitionsprojekt der Telefónica Deutschland. Wir schließen Tausende weiße Flecken. Die Industrie kann mit 5G Effizienzen heben. Und die Digitalisierung zahlt wie kaum ein anderes Thema auch auf die Transformation zu einer nachhaltigen, ökologisch orientierten Wirtschaft ein. Durch Home-Office und weniger Verkehr ist während des Lockdowns die Luft besser geworden. Digitalisierung bringt unmittelbar etwas für den Klimawandel. [...] Die geplante Corona-App soll auch von Ihren Kunden eines Tages genutzt werden. Haben die Diskussionen über den Datenschutz dem Projekt geschadet? Markus Haas: Wir werden für die App bei unseren über 42 Millionen Mobilfunkkunden werben, wenn sie da ist. Nur wenn viele mitmachen, wird sie erfolgreich sein. [...] Welche positiven Entwicklungen beobachten Sie durch die Krise? Markus Haas: Flexible Arbeitswelten funktionieren. Das wird die Zukunft sein. Früher war es unüblich, eine Videokonferenz mit einem Minister anzufragen. Das ist jetzt Alltag. Dienstreisen wird es zwar wieder geben. Unternehmen und Beschäftigte werden sich aber sehr genau überlegen, ob es sich lohnt, für ein Meeting von zwei Stunden von München nach Berlin zu fliegen. Und das Home-Office wird obligatorisch? Markus Haas: Nicht jeder hat die Möglichkeit gut von zu Hause zu arbeiten. Wir bei Telefónica Deutschland werden das Home-Office nicht erzwingen, wir werden es aber unseren Beschäftigten noch aktiver anbieten. Alle Meetings werden künftig immer auch mit Video-Teilnahme ermöglicht. So können wir die Reisen zwischen unseren Standorten zurückfahren, weil das nicht mehr notwendig ist. Es gibt aber auch andere Bereiche, wo sich seit der Krise plötzlich etwas bewegt: Nehmen Sie das Bezahlen per Smartphone. Das macht jetzt jeder Zweite an der Kasse im Supermarkt. Und Ihre Netze gehen nicht in die Knie? Markus Haas: Wir hatten bei dem mobilen Datenaufkommen auch schon vor Corona ein starkes jährliches Wachstum. Dafür sind wir gerüstet. Jetzt haben wir eine zusätzliche Steigerung gesehen und wir gehen davon aus, dass wir uns auf einem höheren Level einpendeln werden. Zumal wir ohnehin davon ausgehen, dass jeder Nutzer künftig im Schnitt vier Geräte mit mobiler Konnektivität nutzen wird. Ein Teil des anstehenden Wachstums der Datenmengen ist nun schon vorgezogen worden. Das gesamte Interview finden Sie in der Frankfurter Rundschau vom 25. Mai 2020, Seite 12.

Autor: Guido Heitmann

Leiter Corporate Communications Telefónica Deutschland | Guido Heitmann ist seit Oktober 2014 Head of Corporate Communications der Telefónica Deutschland. Zuvor seit 2001 Teil des Kommunikationsteams der E-Plus Gruppe und als Abteilungsleiter und Chef vom Dienst mit seinem Team verantwortlich für die Corporate-PR-Arbeit sowie die Interne Kommunikation. Geboren in Buxtehude, Diplom-Kaufmann, und schon immer als Kommunikator tätig, zuvor unter anderem bei Hapag-Lloyd AG in Hamburg. Als Pressesprecher Ansprechpartner unter anderem für Themen wie Finanzberichterstattung, M&A, Regulierung, Business & Technology Strategy sowie Personal- und Organisationsthemen. Twitter: @gu_heitmann

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