19. Tagesspiegel Data Debates zur neuen Arbeitswelt:„Neues wagen ist in jeder Lebensphase und in jedem Alter möglich“

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Credits: Henrik Andree
Hubertus Heil und Nicole Gerhardt
Wenige Tage vor der Bundestagswahl diskutierte Bundearbeitsminister Hubertus Heil mit Nicole Gerhardt, Personalvorständin von Telefónica Deutschland / O2, über den rasanten Wandel des Arbeitsmarktes: Die Pandemie hat gezeigt, dass mobiles Arbeiten in vielen Bereichen die Zukunft ist. Gleichzeitig verändern sich Berufe zunehmend und lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Bei den Tagesspiegel Data Debates im BASECAMP verfolgte das Publikum digital, welche politischen und unternehmerischen Handlungen für eine moderne und gerechte Arbeitswelt nötig sind. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat viele Ideen, wie die Chancen der Digitalisierung für alle Menschen in Deutschland nutzbar werden. Die Arbeit gehe laut dem Minister auch nicht aus, sondern wird sich stark verändern. Deshalb betonte er in der Diskussion in Berlin, die von Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff moderiert wurde, dass durch Qualifikation Beschäftigungsfähigkeit gesichert werden müsse. Auch gewinne berufliche Neuorientierung noch mehr an Bedeutung. „Wir können die Angst vor der Zukunft nehmen, wenn wir deutlich machen, welchen Vorteil der Wandel mit sich bringt“, so der Minister.
Lebenslanges Lernen ist auch für Nicole Gerhardt, Personalvorständin von Telefónica Deutschland / O2, ein wichtiger Bestandteil unternehmerischer Verantwortung: „Wir bieten eine digitale Grundausbildung für alle Mitarbeitenden und damit 100-prozentigen Zugang zu Digitalkompetenzen. Rund die Hälfte der Belegschaft hat bereits teilgenommen.“ Gleichzeitig beobachtet das Telekommunikationsunternehmen genau, welche Jobprofile sich verändern und bietet aktiv Weiterbildungen oder Umschulungen an. So können sich Mitarbeitende frühzeitig auf künftige Aufgaben vorbereiten und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig stärken. „Ein Großteil unserer bisherigen Rollen im Beruf wird sich früher oder später verändern. Ein Job muss nicht mehr fürs Leben sein. Weiterentwicklung und Neues wagen ist in jeder Lebensphase und in jedem Alter möglich. Deshalb ist es umso wichtiger, frühzeitig und regelmäßig neue Aufgaben auszuprobieren und sich so in einem dynamischen Umfeld schnell zurechtfinden. Das baut Selbstvertrauen auf“, erläuterte Nicole Gerhardt. „Wichtig ist die Freude daran, sich neu zu erfinden.“
Neben der großen Aufgabe der Qualifizierung diskutierten Hubertus Heil und Nicole Gerhardt auch die Veränderungen im Zuge der Corona-Pandemie. Mit den Erfahrungen der letzten Monate werden hybride Formen von Digital- und Präsenzarbeit verstärkt in den Fokus rücken. Jeder habe eine Meinung oder eine Erfahrung zum Thema Homeoffice, sagte der Bundearbeitsminister. Aus seiner Sicht wollen die meisten Mitarbeitenden ihre Kollegen wiedersehen, aber auch die positive Erfahrung aus der Zeit des Homeoffices in die neue Arbeitswelt mitnehmen. „Kluge Unternehmen bieten beides an“, zeigte sich Heil überzeugt.
Telefónica Deutschland / O2 setzt auf das angesprochene Hybridmodell. Eine Verpflichtung, Vollzeit zurück ins Büro zu kommen, wird es nicht geben. Das Unternehmen möchte den Mitarbeitenden und Teams dabei die Freiheit geben zu entscheiden, wie sie sie im Detail das Hybridmodell ausgestalten, d.h. wann sie etwa ins Büro kommen. „Jeder Mensch, jede Lebenssituation und jeder Job ist individuell“, erklärte Nicole Gerhardt. „Wir schaffen daher einen maximal flexiblen Arbeitsrahmen.“ Aktuell arbeitet der Großteil der Belegschaft noch rein mobil bzw. im Homeoffice. In ein paar Wochen sollen unter Berücksichtigung der pandemischen Lage schrittweise die Standorte geöffnet werden. „Wir haben mit mobilem Arbeiten sehr gute Erfahrung in der Pandemie-Zeit gesammelt. Aber wir befinden uns aktuell noch in einem Vakuum. Spannend wird der Übergang ins New Normal sein und der konkrete hybride Arbeitsalltag“, resümierte Nicole Gerhardt. Wie werden gemischte Meetings, an denen manche digital und andere physisch teilnehmen, ablaufen? Wann sollte man ins Büro kommen, wann nicht? Ein Befähigungs- und Informationsprogramm bei Telefónica Deutschland / O2 unterstützt Mitarbeitende und Führungskräfte bei der Umstellung.
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Hubertus Heil
Gleichzeitig gewinne der Arbeitsschutz in diesen Zeiten besonders an Relevanz, machte Hubertus Heil deutlich. „Auch im Homeoffice muss mal Feierabend sein.“ Für Nicole Gerhardt ist dies auch eine Frage der Haltung eines Unternehmens. „Schon vor der Pandemie hatten wir ein ‚Right to Disconnect‘. Es muss Pausen geben. Gleichzeitig schätzen unsere Mitarbeitenden, vor allem die Eltern unter ihnen, flexible Arbeitszeiten.“ Zudem, so die Personalvorständin, sollte Arbeitsleistung in Ergebnissen gemessen werden und nicht nach geleisteter Zeit. Für ein gesundes Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Freizeit werden Führungskräfte gezielt geschult und Mitarbeitende für ihre Eigenverantwortung sensibilisiert.
Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig, ergänzte die Diskussion um eine wissenschaftliche Perspektive. Laut seiner Studien komme dem Büro die Rolle des „Great Equilizers“ zu, denn im Homeoffice herrschen sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Gleichzeitig betonte Professor Zacher, dass es nicht nur darum gehe, wo man arbeitet, sondern wie wir Arbeit besser gestalten können. „Führungskräfte müssen ein offenes Ohr haben und die Bedürfnisse der Mitarbeiter nach sinnstiftender Tätigkeit unterstützen“, unterstrich Professor Zacher im BASECAMP.
Credits: Henrik Andree
Nicole Gerhardt, Hubertus Heil und Stephan-Andreas Casdorff
Deshalb hat die Führungskräfteschulung für Nicole Gerhardt gerade in der Pandemie eine besondere Bedeutung. Ihr Team hat Formate eingeführt, etwa einen regelmäßigen Führungskräfte-Call, um für die Fragen der Belegschaft zu sensibilisieren und sich zu weiteren wichtigen Themen während der rein digitalen Zusammenarbeit auszutauschen. Wie schafft man dabei einen noch besseren Zusammenhalt im Team? Wie baut man Vertrauen ohne persönliches Zusammenkommen auf? Professor Zacher sprach sich in diesem Kontext für einen „psychologischen Vertrag“ zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften aus, der die Zusammenarbeit definiert – unabhängig von einer schriftlichen Vereinbarung. „Wir müssen verantwortungsvoll mit den Veränderungen umgehen. Oftmals hilft menschliches Einfühlungsvermögen“, ergänzte Nicole Gerhardt.
Telefónica Deutschland ist langjähriger Partner und Co-Initiator der „Tagesspiegel Data Debates“. Diese finden regelmäßig statt und diskutieren die vielfältigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft. Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Kultur debattieren etwa über das Potential des Datenschatzes, Anforderungen an den Datenschutz oder Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Arbeitswelt und den Umweltschutz.

Von: Julia Lindner

Julia Lindner ist Pressesprecherin bei Telefónica Deutschland.
Hier geht’s zum kompletten Mitschnitt der Data Debates Veranstaltung Data Debates Website Data Debates im BASECAMP

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