Meilenstein im Software-Defined Networking (SDN):O2 / Telefónica steuert 30.000 Richtfunkverbindungen über eine neue standardisierte SDN-Schnittstelle

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Credit: Telefónica Deutschland
Richtfunkantennen sorgen für den schnellen Datentransfer (bis zu 10 Gbit/s) zwischen Mobilfunkstandort und dem nächsten Netzknoten
O2 / Telefónica hat einen Meilenstein bei der Standardisierung und Steuerung von Netzwerkfunktionen erreicht. Der Telekommunikationsanbieter hat zusammen mit seinen Technologie-Partnern erstmals eine herstellerübergreifende SDN-Schnittstelle in seinem bundesweiten O2 Mobilfunknetz geschaffen. Diese ist mit verschiedensten Richtfunksystemen kompatibel, sodass das Unternehmen Änderungen an seinen Richtfunkverbindungen einheitlich über alle Hersteller und nahezu in Echtzeit umsetzen kann. O2 / Telefónica setzt diese innovative Schnittstelle bereits für alle rund 30.000 Richtfunkverbindungen im O2 Netz ein, die mit Kapazitäten von bis zu 10 Gbit/s für den Transport von Daten zwischen den Mobilfunkstandorten und dem nächsten Netzknoten zuständig sind. Richtfunk fungiert als Ergänzung zu Glasfaserleitungen, um große Datenmengen über längere Entfernungen kostengünstig und effizient über die Luftschnittstelle zu transportieren.
Mallik Rao
„Wir gehen gemeinsam mit unseren Partnern als Pioniere beim Software-Defined Networking im Richtfunk voran. Die technologischen Anforderungen an das Mobilfunknetz der Zukunft nehmen kontinuierlich zu. Softwarebasierte Ansätze wie Software-Defined Networking unterstützen uns dabei, die Komplexität unserer Netzarchitekturen zu reduzieren und unseren Netzausbau durch einen stärkeren Automatisierungsgrad noch schneller und mit höherer Qualität voranzutreiben. So entwickelt unser Technologie-Team bereits jetzt kontinuierlich neue Anwendungen, die innerhalb von wenigen Wochen herstellerübergreifend zur Verfügung stehen können“, sagt Mallik Rao, Chief Technology & Information Officer von O2 / Telefónica Deutschland. Mit der aktuellen SDN-Innovation kann O2 / Telefónica Deutschland über eine einheitliche Software-Schnittstelle auf spezifische Hardware verschiedener Hersteller zugreifen. Alle Anwendungen für das Netzmanagement und die weitere Automatisierung sind somit herstellerunabhängig angelegt.

Grundlage für Netzautomatisierung sowie neue, herstellerübergreifende Anwendungen

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O2 / Telefónica kann via SDN auch unmittelbar modernere Richtfunksysteme und neue Hersteller integrieren.
Erste Anwendungen sind bereits für die Systeme aller Richtfunkpartner verfügbar, sodass O2 / Telefónica das Netz für seine Kunden noch zielgerichteter ausbauen kann: Das Unternehmen kann die Abnahmeprozedur einer neuen oder geänderten Richtfunkstrecke mittlerweile vollends automatisieren. Auch Änderungen an Richtfunkknoten sind nun binnen weniger Sekunden möglich. Diese können zentral über alle Richtfunksysteme verschiedener Hersteller hinweg ins Netz eingespielt werden – egal ob es sich um die Integration neuer Richtfunklinks, neue Routings für den Datenverkehr oder grundsätzliche Änderungen in den Netzkonfigurationen handelt. In der Vergangenheit benötigten solche Änderungen teils bis zu 24 Stunden zur finalen Umsetzung im Netz. In Zukunft können die SDN-basierten Anwendungen nahezu unverändert auch mit moderneren Richtfunksystemen oder Systemen neuer Hersteller zusammenarbeiten. Dies vereinfacht bereits jetzt massiv die Wartung und Anpassung komplexer Netzmanagement- und Netzausbau-Prozesse. Die neue, vereinheitlichte Schnittstelle bildet zudem die optimale Grundlage für künftige Anwendungen, die mittels künstlicher Intelligenz und Machine Learning automatisiert die Verfügbarkeit und Netzauslastung im ganzen Richtfunknetz analysieren und verbessern können.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Netzausrüstern und IT-Partnern

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Softwarebasierte Ansätze vereinfachen Netzarchitektur und beschleunigen Netzausbau.
O2 / Telefónica hat hierfür erfolgreich mit seinen Partnern Ericsson, Huawei, SIAE Microelettronica, TechMahindra, Wipro und highstreet technologies/FRINX sowie mit der Open Network Foundation (ONF) zusammengearbeitet. Für O2 / Telefónica ist dies der nächste konsequente Schritt bei der Entwicklung und Implementierung offener Schnittstellen und herstellerübergreifender Systeme im Mobilfunknetz. Bereits im Dezember 2020 hatte das Unternehmen erste Open RAN Standorte im bayerischen Landsberg am Lech in Betrieb genommen und damit Software-Defined Networking im Antennennetz eingesetzt. Nun hat das Unternehmen den Ansatz auch auf das Transportnetz ausgeweitet. SDN wird in Zukunft immer stärker in alle Bereiche des Netzes vorstoßen – vom Antennennetz bis hin zum Kernnetz.

Von: Florian Streicher

Florian Streicher ist Pressesprecher (Senior Media Relations Manager) für Technologie- und HR-Themen bei O2 Telefónica. Er ist seit 2017 in der Kommunikationsabteilung des Unternehmens tätig, wo er sich um die kommunikativen Schwerpunkte Netzausbau, 5G, IT, Technologie-Innovationen und Personalthemen kümmert. Zuvor war er in der Kommunikationsberatung tätig.

Technische Details:

O2 / Telefónica hat die Integration seiner rund 30.000 Richtfunkverbindungen auf die neue Schnittstelle (NETCONF) über einen offenen SDN-Controller (Open Daylight Controller) erfolgreich abgeschlossen. Dabei kommt der aktuellste Schnittstellenstandard der Open Network Foundation (ONF TR-532) zum Einsatz.

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