WAKE UP! Initiative von O2 Projekttag sensibilisiert Schüler für Cybergrooming, Sextortion & Co.
26.11.2025

Experten, Betroffene und Creatorinnen diskutieren mit Jugendlichen über Risiken im Netz (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat die Initiative WAKE UP! von O2 gemeinsam mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und der Bildungsagentur YAEZ im Münchner O2 Tower einen Projekttag für Schulklassen veranstaltet. Unter dem Titel „Digitale Gewalt – Cybergrooming, Sextortion & Co.“ diskutierten Experten, Betroffene und Creatorinnen mit den Jugendlichen vor Ort und rund 1000 Schülern im Stream über Risiken im Netz und Wege zu mehr digitaler Selbstbestimmung.
Studien unterstreichen die Relevanz des Themas digitaler Gewalt in der Lebensrealität junger Menschen: Laut JIM-Studie 2024 haben 36 Prozent der Mädchen und 23 Prozent der Jungen bereits sexuelle Belästigung im Netz erfahren. Zudem wurde bereits jede:r fünfte Jugendliche von Erwachsenen mit sexuellen Absichten kontaktiert. Damit sind Cybergrooming, unerwünschte sexuelle Ansprachen oder Erpressungen mit intimen Bildern längst alltägliche Erfahrungen junger Menschen.

Schulklassen im O2 Tower und hunderte Schüler im Livestream sprachen über Erfahrungen und den Umgang mit digitaler Gewalt (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Authentische Einblicke Betroffene berichten – Expertinnen ordnen ein
Moderiert von Antje Kießler aus dem Tagesschau-Team der ARD erzählte Jonathan Drefs, wie er als 12-Jähriger durch Cybergrooming manipuliert wurde und wie unauffällig solche Kontaktaufnahmen beginnen können. „Die Täter:innen wirken interessiert und geben sich teilweise als Gleichaltrige aus – genau das macht es so gefährlich.” Sein Appell: „Wenn dir etwas komisch vorkommt oder etwas passiert ist – sprich mit anderen darüber. Du darfst auf jede Person zugehen und deine Geschichte erzählen!”
Content-Creatorin und Gründerin Laura Sophie brachte die Perspektive junger Frauen in der digitalen Welt ein. Sie erläuterte, wie Anfeindungen ihren Alltag prägen: „Online-Hass und sexualisierte Nachrichten sind für viele Mädchen Alltag. Mir ist wichtig zu zeigen: Du bist damit nicht allein – und du darfst dich wehren.“
Lidia de Reese von der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) ordnete das Thema aus medienpädagogischer Sicht ein. Sie zeigte auf, wie wichtig Strukturen und Anlaufstellen sind. „Jugendliche brauchen Orientierung: Was ist okay – und was nicht? Und wohin kann ich mich wenden? Wir möchten sie darin stärken, digitale Übergriffe richtig einzuschätzen und konsequent Hilfe zu suchen.“ Und sie gibt einen Praxistipp, der helfen kann: „Nutzt die Sicherheitseinstellungen, die die Social Media Plattformen bieten.”
Die Polizei-Creatorin und Jura-Studentin Lena Westermann gab konkrete Hinweise aus polizeilicher und juristischer Sicht. Sie erklärte, welche Schritte Betroffene unbedingt kennen sollten. „Ihr könnt euch wehren, in dem ihr Anzeige erstattet. Digitale Übergriffe muss niemand hinnehmen.“

Die Experten und Creatorinnen teilen ihre Erfahrungen und geben den Jugendlichen Tipps (v.l.n.r) Antje Kießler, Laura Sophie, Lena Westermann, Jonathan Drefs, Lidia de Reese (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Claudia von Bothmer, Director Corporate Responsibility & Sustainability bei O2 Telefónica: „Als Telekommunikationsunternehmen verbinden wir Menschen digital – und daraus erwächst für uns eine besondere Verantwortung: Digitale Freiheit braucht digitale Sicherheit. Mit unserem Jugendprogramm WAKE UP! möchten wir junge Menschen und ihre Familien stärken, Risiken im Netz zu erkennen, Grenzen zu setzen und sich gegenseitig zu unterstützen. Unser Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, Handlungskompetenz zu fördern und gemeinsam für einen respektvollen und sicheren digitalen Raum einzustehen.“

Claudia von Bothmer, Director Corporate Responsibility & Sustainability, begrüßte die Jugendlichen und Experten im Namen von O2 Telefónica (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Praxisnah, interaktiv und direkt Jugendliche diskutieren mit
Die Jugendlichen brachten sich aktiv ein: Sie stellten Fragen, reflektierten eigene Erfahrungen und diskutierten darüber, wie problematische Situationen frühzeitig zu erkennen sind.
Samira, 15 Jahre, sagt: „Es war beängstigend zu hören, wie schnell man in so eine Situation geraten kann. Ich werde in Zukunft mehr hinterfragen, mit wem ich es da zu tun habe im Netz.”
Und Melina, 14 Jahre, hob hervor: „Eltern sollten offen sein, sich alle Themen ihrer Kinder anzuhören. Denn wenn es Tabuthemen gibt, traut man sich bei Problemen nicht, sie anzusprechen.”

Die Jugendlichen bringen sich aktiv in den Workshop ein (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Digitaler Elternabend liefert Aufklärung über digitale Gewalt
Im Anschluss an den Projekttag für Schulklassen fand zudem ein digitaler Elternabend mit über 700 Interessierten statt. Jonathan Drefs zeigte mit seiner Geschichte den Eltern im Livestream auf, wie leicht Täter Minderjährige im Netz kontaktieren können. Medienpädagogin Lidia de Reese und Cem Karakaya von der Polizei München und Experte für Cybercrime Prävention führten praxisnah durch das Thema „Digitale Gewalt“ und erklärten, wie digitale Gewalt erkannt werden kann. Sie gaben konkrete Tipps, wie Eltern ihre Kinder im digitalen Alltag unterstützen, Warnsignale erkennen und sichere Kommunikationswege schaffen können.

Der digtale Elternabend zeigt auf, wie Eltern ihre Kinder im digitalen Alltag unterstützen und schützen können (Credits: Fernanda Vilela Photography)
Junge Menschen im digitalen Alltag stärken
Mit der Initiative „WAKE UP“ engagiert sich O2 Telefónica zusammen mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.), der Bildungsagentur YAEZ und weiteren Partnern dafür, junge Menschen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung aufzuklären.
Ein Mitschnitt der Informationsveranstaltungen ist abrufbar unter wakeup.jetzt.