CR-Themen aus Menschenrechtsperspektive

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Telefónica Deutschland verpflichtet sich, die Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette zu achten und zu schützen. Wir bekennen uns in unseren Geschäftsgrundsätzen zur Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen sowie zu den Erklärungen der ILO und verpflichten uns zur Einhaltung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. In Ergänzung zu unseren Geschäftsgrundsätzen, unserer Supply Chain Sustainability Policy, unserem Human Rights Commitment und dem Digitalen Manifest bekennen wir uns auch im Rahmen unserer Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte. Daneben haben wir im Oktober 2019 eine Human Rights Policy erstellt, die Mindestanforderungen im menschenrechtlichen Kontext festlegt.
Jede Form der Kinder- oder Zwangsarbeit lehnen wir ab und respektieren das Recht auf Zugehörigkeit zu einer gewerkschaftlichen Organisation. Wir treten ein für Chancengleichheit und Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von Hautfarbe, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Zur Erfüllung dieser Prinzipien nutzen wir unser integriertes Compliance-Management-System. Im Jahr 2019 haben wir innerhalb der Telefónica Deutschland Gruppe darüber hinaus ein abteilungsübergreifendes Steuerungsgremium ins Leben gerufen, das auch im regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand zum Thema Menschenrechte steht. Weitere Details zu diesem Menschrechtskomitee finden sich im Kapitel CR-Steuerung. Gemeinsam mit unseren Lieferanten setzen wir uns zudem für den Schutz der Menschenrechte in der Lieferkette ein. Bei der Ermittlung wesentlicher CR-Themen haben wir auch Menschenrechtsthemen in die Analyse und in unsere CR-Strategie einbezogen.

Beschwerdemechanismen etabliert

Telefónica Deutschland stellt ihren Stakeholdern den Meldekanal  für Beschwerden und Hinweise zu Menschenrechtsverstößen zur Verfügung. Dieser Kanal steht jedem offen, unabhängig vom Bestehen oder der Art der vertraglichen oder geschäftlichen Beziehung mit der Telefónica Deutschland oder mit ihr verbundener Unternehmen. Im Jahr 2019 sind keine Beschwerden eingegangen. Parallel dazu ist es jederzeit möglich, sich über eine Confidential Helpline an den Ombudsmann der Telefónica Deutschland Gruppe zu wenden. Nachrichten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und von der zuständigen Abteilung des Unternehmens angemessen behandelt. Die Einhaltung unserer Datenschutzrichtlinien hat auch hier höchste Priorität.

Menschenrechtliche Risiken

Um Menschenrechtsthemen genauer zu priorisieren, hat Telefónica Deutschland bereits 2018 ihre bisherigen Bestrebungen und Menschenrechtsanalysen durch eine neue menschenrechtliche Risikoanalyse erweitert. Diese orientierte sich an den Vorgaben der fünf Kernelemente des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Als Ausgangspunkt dieser Analyse haben wir auf Grundlage der genannten völker- und menschenrechtlichen Rahmenwerke neun menschenrechtliche Handlungsfelder identifiziert, die für die Telefónica Deutschland potenziell von Relevanz sein könnten.
Menschenrechtliche Handlungsfelder der Telefónica Deutschland Gruppe
1. Verbot der Diskriminierung, Recht auf Chancengleichheit und Gleichbehandlung
2. Verbot von Sklaverei und Zwangsarbeit
3. Verbot von Kinderarbeit, Schutz von Minderjährigen
4. Gedanken-, Meinungs-, Religionsfreiheit
5. Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
6. Recht auf Freiheitsphäre und Selbstbestimmung
7. Recht auf Arbeit, fairen Lohn, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit
8. Recht auf Gesundheit, Wohlfahrt und Arbeitssicherheit
9. Recht auf Bildung, Weiterbildung, Ausbildung

Analyse von Menschenrechtsthemen für erste Produktgruppe Mobiltelefone und Zubehör

In einem ersten Schritt haben wir die Produktgruppe der Mobiltelefone und des Mobiltelefonzubehörs für die menschenrechtliche Risikoanalyse identifiziert. Diese Produktgruppe hat für uns eine besonders hohe Relevanz, da sie einen großen Anteil an unserem gesamten Einkaufsvolumen einnimmt. Zudem sind insbesondere die verzweigten Wertschöpfungsketten von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör potenziell von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Berichte über den Einsatz sogenannter Konfliktrohstoffe (wie z. B. Zinn, Coltan und Gold) mehren sich und auch die Produktionsbedingungen standen vielfach in der Kritik. Wir haben zunächst die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör identifiziert und zu Übergruppen zusammengefasst – vom Rohstoffabbau über die Herstellung bis zur Entsorgung. Darauf aufbauend haben wir die wichtigsten Länder entlang der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen bestimmt und ermittelt, welche potenziellen menschenrechtlichen Risiken in diesen Ländern auftreten können. Auf Grundlage der Wertschöpfungskette für die Produktgruppe Mobility haben wir die potenziell auftretetenden Risiken priorisiert. Die Bewertung der Risiken richtet sich nach der Verbindung zum Unternehmen sowie der Einordnung nach Schweregrad. Letzterer hängt von Ausmaß, Umfang und der Umkehrbarkeit der möglichen Menschenrechtsverletzung ab. Die Verbindung zum Unternehmen wurde anhand der Vertrags- und Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten sowie der Komplexität der eigenen Wertschöpfungskette bewertet. Die so ermittelten Risiken wurden dann in eine sogenannte Heatmap überführt, welche die priorisierten menschenrechtlichen Risiken entlang der Wertschöpfungskette der Telefónica Deutschland Gruppe für die Produktgruppe Mobility abbildet.

Risikoprävention und Managementkapazitäten ausbauen

Auf dieser Grundlage haben wir geprüft, inwieweit unsere bestehenden Managementansätze diese Risiken abdecken. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie wir diese Risiken durch zielgerichtete Maßnahmen reduzieren und unsere Managementansätze anpassen können. Bestehende und neue Maßnahmen wollen wir regelmäßig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit kontrollieren und überprüfen. Wir verstehen unseren Einsatz zur Wahrung der Menschenrechte und die Durchführung entsprechender Risikoanalysen im Sinne des NAP als kontinuierlichen Prozess, den es stets anzupassen und weiterzuentwickeln gilt. Im Jahr 2020 planen wir in diesem Rahmen eine weitere Risikoanalyse für die Produktgruppe „Services“.