Risiken und Chancen des Klimawandels bewerten

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Über die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) werden Unternehmen ermutigt, einheitliche Angaben zu klimabezogenen Finanzrisiken zu veröffentlichen. Eine standardisierte und transparente Berichterstattung zu Klimarisiken soll das Risiko finanzieller Effekte des Klimawandels auf die Kapitalmärkte verringern und den Unternehmen als Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels dienen.
Wir sind uns bewusst, dass die Auswirkungen des Klimawandels auch für unser Geschäftsmodell Risiken und Chancen hervorbringen, die wir in unseren Planungen berücksichtigen müssen. Daher werden wir die Empfehlungen der TCFD sukzessive umsetzen, um eine klimabezogene Resilienz in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Dafür brauchen wir eine fundierte Analyse unter der Fragestellung, wie unser Geschäftsmodell noch effizienter auf die Förderung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ausgerichtet werden kann. Bei der Telefónica, S.A. Group ist der Umgang mit dem Klimawandel bereits in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie, Risiken und Ziele integriert. Der Konzern verpflichtet sich als Mitglied des Aktionsbündnisses „Business Ambition for 1.5°C“ dazu, dazu beizutragen, die globale Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Die Telefónica Deutschland verfolgt mit ihrem Responsible Business Plan das Ziel, durch eine verbesserte Umweltbilanz auch positive Effekte bei finanziellen Ergebnissen zu erzielen: So trägt eine höhere Energieeffizienz zur Reduktion von Treibhausgasen bei, was auf längere Sicht umgekehrt die Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen reduzieren soll. Wir sind uns der Bedeutung bewusst, welche die TCFD einer Szenario- und Risikoanalyse zumisst. Wir stehen hier erst am Anfang, werden dieses Thema künftig aber geplant vorantreiben, um uns auch strategisch bestmöglich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Die Empfehlungen der TCFD gliedern sich in die vier Bereiche Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen & Ziele, zu denen wir nachfolgend berichten.

1. Governance

Telefónica Deutschland hat den Umgang mit dem Klimawandel und die Energiestrategie im Responsible Business Plan verankert. Beides wird in enger Abstimmung mit dem Vorstand weiterentwickelt und evaluiert. Im Unternehmen ist die CR-Abteilung dem Vorstandsbereich für Recht und Corporate Affairs zugeordnet und berichtet direkt an den Vorstand. Die Bonusregelungen in der Vergütung für Vorstand und Führungskräfte sind mit der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens verknüpft, wie etwa der Reduktion von CO2-Emissionen. Bei der Telefónica, S.A. Group sind die Klima- und die Energiestrategie Teil des globalen Responsible Business Plan, der vom Vorstand verantwortet wird.

2. Strategie

Telefónica Deutschland hat im Jahr 2015 eine ganzheitliche CR-Strategie entwickelt, die die geschäftsstrategische Ausrichtung ebenso wie die Erwartungen unserer Stakeholder berücksichtigt. In unserem Responsible Business Plan 2020 ist das Handlungsfeld „Umwelt & Klima schützen“ fest verankert. Der Umgang mit dem Klimawandel ist darüber hinaus in die Geschäftsstrategie der Telefónica, S.A Group integriert. Neben den nachfolgend berichteten Risiken erkennen wir Chancen für unser internes Energiemanagement wie auch für das Unternehmenswachstum, so etwa durch den Absatz von Produkten, welche die CO2-Emissionen der Kunden reduzieren. Künftig wollen wir als Telefónica Deutschland entsprechend den TCFD-Empfehlungen Szenario-Analysen zur besseren Vorbereitung auf die Effekte des Klimawandels durchführen. Zudem sind wir bestrebt, das Management klimabedingter Chancen und Risiken stärker in unser Geschäftsmodell zu integrieren.

3. Risikomanagement

Über ein globales Risikomanagementmodell analysiert die Telefónica, S.A. Group die potenziellen Risiken und Chancen, die sich aus den prognostizierten Klimaauswirkungen ergeben. Dabei ermitteln wir bei den physischen Risiken die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkungen, die sowohl allmähliche Klimaveränderungen als auch extreme Klimaereignisse auf unsere Infrastrukturen und unseren Betrieb haben können. Bei den transformationsbedingten Risiken stehen solche im Vordergrund, die sich aus veränderter Regulierung, technologischen Innovationen und Veränderungen der Märkte oder der Reputation ergeben können. Bei der Telefónica, S.A. Group umfasst die Strategie Anpassungsmaßnahmen in Bezug auf die physischen wie auch die transformationsbedingten Veränderungen. Zu den wichtigsten Bausteinen zählen der „Business Continuity Plan for climate disasters“ und der „Energy Efficiency and Renewable Energy Plan“. Die relevanten Fachbereiche berichten quartalsweise ihre klimabedingten Risiken an das allgemeine Risikomanagement. Telefónica Deutschland integriert damit diese Risiken und nimmt im Hinblick auf potenzielle Risiken aus nichtfinanziellen Themen eine Nettobewertung vor. Anhand der bereits ermittelten Eintrittswahrscheinlichkeit wurde ein konservativer Ansatz gewählt, bei dem Risiken mit einer als „wahrscheinlich“ oder „hochwahrscheinlich“ eingestuften Eintrittswahrscheinlichkeit betrachtet wurden. Ergänzend berichten wir im Rahmen des gruppenweiten Risikomanagements zu klimabezogenen Risiken auch an die Telefónica, S.A. Group.

4. Kennzahlen & Ziele

Die Telefónica, S.A. Group hat bereits im Jahr 2016 Energie- und Klimaziele für 2020 und 2030 festgelegt. Diese Ziele wurden im Jahr 2019 überarbeitet, mit den Ergebnissen des Pariser Klimaabkommens abgeglichen und durch die Initiative „Science Based Targets“ bestätigt. Telefónica Deutschland hat sich im Rahmen des Responsible Business Plan 2020 eigene Klimaziele gesetzt. Das Ziel der Reduktion der CO2-Emissionen um 11 % bis 2020 (bezogen auf das Basisjahr 2015) wurde bereits übererfüllt und Ende 2019 wurde eine Einsparung von 28,5 % erreicht. Die CO2-Emissionen (Scopes 1, 2 und 3) sind in der Kennzahlentabelle zu finden.