CR-Themen aus Menschenrechtsperspektive

Die Telefónica Deutschland Group bekennt sich in ihren Geschäftsgrundsätzen zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und zu den Erklärungen der International Labour Organisation (ILO). Im Kontext der Ermittlung wesentlicher CR-Themen haben wir auch Menschenrechtsthemen in die Analyse und in unsere CR-Strategie einbezogen. Unser aktuelles Engagement zum Schutz der Menschenrechte beschreiben wir in den Kapiteln Compliance und Lieferantenmanagement.

Neun menschenrechtliche Handlungsfelder bilden Analyserahmen

Um Menschenrechtsthemen genauer zu priorisieren, hat die Telefónica Deutschland Group 2018 die bisherigen Bestrebungen durch eine menschenrechtliche Risikoanalyse erweitert. Diese orientiert sich an den Vorgaben der fünf Kernelemente des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (kurz: NAP). Als Ausgangspunkt dieser Analyse haben wir auf Grundlage einschlägiger völker- und menschenrechtlicher Rahmenwerke – wie der Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte der Vereinten Nationen und der ILO Arbeits- und Sozialstandards – neun menschenrechtliche Handlungsfelder identifiziert, die für die Telefónica Deutschland Group potenziell von Relevanz sein könnten.
Menschenrechtliche Handlungsfelder der Telefónica Deutschland Group
1. Verbot der Diskriminierung, Recht auf Chancengleichheit und Gleichbehandlung
2. Verbot von Sklaverei und Zwangsarbeit
3. Verbot von Kinderarbeit, Schutz von Minderjährigen
4. Gedanken-, Meinungs-, Religionsfreiheit
5. Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
6. Recht auf Freiheitsphäre und Selbstbestimmung
7. Recht auf Arbeit, fairen Lohn, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit
8. Recht auf Gesundheit, Wohlfahrt und Arbeitssicherheit
9. Recht auf Bildung, Weiterbildung, Ausbildung

Analyse von Menschenrechtsthemen für erste Produktgruppe gestartet

In einem ersten Schritt haben wir die Produktgruppe der Mobiltelefone und des Mobiltelefonzubehörs für die menschenrechtliche Risikoanalyse identifiziert. Diese Produktgruppe hat für uns eine besonders hohe Relevanz, da sie einen großen Anteil an unserem gesamten Einkaufsvolumen einnimmt. Zudem sind insbesondere die verzweigten Wertschöpfungsketten von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör potenziell von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Berichte über den Einsatz sogenannter Konfliktrohstoffe (wie z.B. Zinn, Coltan und Gold) mehren sich und auch die Produktionsbedingungen standen vielfach in der Kritik. Wir haben zunächst die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör identifiziert und zu Übergruppen zusammengefasst – vom Rohstoffabbau über die Herstellung bis zur Entsorgung. Darauf aufbauend sind wir dabei, die wichtigsten Länder entlang der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen zu bestimmen und zu ermitteln, welche potenziell menschenrechtlichen Risiken in diesen Ländern auftreten können.

Nächste Schritte

Im Jahr 2019 werden wir die identifizierten Risiken priorisieren und auf dieser Grundlage prüfen, inwieweit unsere bestehenden Managementansätze diese Risiken abdecken. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie wir einen Beitrag dazu leisten können, diese Risiken durch zielgerichtete Maßnahmen zu reduzieren und unsere bestehenden Managementansätze dahingehend anpassen. Bestehende und neue Maßnahmen wollen wir dabei regelmäßig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit kontrollieren und überprüfen, an welchen Stellen wir durch zielgerichtete Beschwerdemechanismen potenziell Betroffene erreichen können. In Ergänzung zu unseren Geschäftsgrundsätzen, unserer Supply Chain Sustainability Policy, unserem Human Rights Commitment und dem Digitalen Manifest (Telefónica, S.A. Group) erstellen wir aktuell eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte. Über die weiteren Fortschritte werden wir im nächsten Nachhaltigkeitsbericht berichten. Wir verstehen die Befassung mit dem Thema Menschenrechte und die Durchführung entsprechender Risikoanalysen im Sinne des NAP als kontinuierlichen Prozess, den es stets anzupassen und weiterzuentwickeln gilt. In Zukunft möchten wir auch weitere Produktgruppen in die Risikoanalyse miteinbeziehen.