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Zeichen setzen gegen Cybermobbing

Cybermobbing ist zu einem wachsenden gesellschaftlichen Problem geworden. Viele Menschen fühlen sich immer wieder durch Beleidigungen und Bedrohungen anderer in ihrer Freiheit eingeschränkt oder sogar bedroht. Die Anonymität des Internets enthemmt Täter, eine strafrechtliche Verfolgung ist oft schwierig. Laut einer Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing aus dem Jahr 2020 wurden allein in Deutschland beispielsweise fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche Opfer von Bedrohungen und Beleidigungen im Netz.
Infografik: Die von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagenen Maßnahmen gegen Hass im Netz
Weiter macht die Studie die Dimension von Cybermobbing deutlich: 17,3 % der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 21 Jahren sind von Cybermobbing betroffen. Dieser Wert liegt um mehr als ein Drittel höher als noch im Jahr 2017. Die Opfer werden dabei immer jünger. Jeder zehnte Grundschüler sei nach Aussage der Eltern bereits Opfer von Cybermobbing gewesen. Bei den 13- bis 17-Jährigen gab sogar jeder vierte Schüler an, Cybermobbing schon mal erlebt zu haben. Kinder und Jugendliche haben 2020 angesichts der weitreichenden Maßnahmen während der Corona-Pandemie und der Schulschließungen mehr Zeit im Internet verbracht. In diesem Umfeld beobachtete das Bundeskriminalamt eine Zunahme von Falschmeldungen, extremistischer Propaganda und auch von Cybermobbing. Wir haben deutschlandweit mit unserer Initiative ein Zeichen gegen Cybermobbing und digitale Gewalt gesetzt, beispielsweise mit der in den Jahren 2019 und 2020 durchgeführten Kampagne #LOVEMOB unserer Mobilfunkmarke O2 für mehr digitale Zivilcourage. Mit der im Sommer 2020 gestarteten gemeinsamen Initiative „WAKE UP!“ von O2, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Dienstanbieter (FSM) und Yaez, der Agentur für Bildungskommunikation, wollen wir die digitale Souveränität von Jugendlichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter stärken. In der sechsteiligen Webserie „WAKE UP!“ lernen Schüler, Lehrer und Eltern, welche Formen Cybermobbing annehmen kann und erfahren, wie sie etwas zu einem fairen und respektvollen Umgang im Netz beitragen können. Wichtiges Element sind hier die sogenannten eduStories – digitale Lernmodule mit spielerischem Charakter, bei denen den Schülern Aufgaben gestellt werden, die sie mit Hilfe von multimedialen Inhalten lösen können. Die Module lehnen sich an den beliebten Stories aus den sozialen Medien wie etwa Instagram und TikTok an und greifen somit die Lebenswelt der Jugendlichen auf. Außerdem verweisen die Videos auf konkrete Hilfsangebote verschiedener Stellen. Hinter dem Projekt steht ein fundiertes pädagogisches Konzept. Durch die interaktive Kompetenzvermittlung können die Inhalte der Initiative auch an Schulen sowie auf Workshops, Messen und Events eingesetzt werden. Alle Angebote und Informationen sowie weitere Hintergründe rund um das Thema Cybermobbing sind auf der Website wakeup.jetzt gebündelt und kostenfrei zugänglich. Unser Engagement gegen Cybermobbing wird begleitet durch vielfältige Veranstaltungen im Telefónica BASECAMP, die aufgrund der Corona-Pandemie in Online- und Hybridformate umkonzipiert wurden. So haben sich im Rahmen des Formats young+restless junge Netzaktivisten, Medienpädagogen, FSM-Vertreter und Experten mit zahlreichen Gästen darüber ausgetauscht, wie sich Cybermobbing auf Jugendliche auswirkt und was man dagegen tun kann. Dabei standen verschärfte gesetzliche Regelungen und konkrete Hilfs- und Beratungsangebote ebenso im Vordergrund wie Präventionsarbeit, die Vermittlung von Medienkompetenz und eine verbesserte Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Polizei. Hass im Netz und digitale Gewalt können vielfältige Formen annehmen und unabhängig vom Alter alle Menschen treffen, die digitale Medien nutzen. Entsprechend ist es dringender denn je, dass geeignete Gegenstrategien von Politik und Gesellschaft entwickelt werden. Dazu diskutierten wir im Oktober 2020 gemeinsam mit der Bundesministerin für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, Franziska Giffey, im virtuellen Debattenraum Telefónica BASECAMP on Air mit Influencern sowie Vertretern von Beratungs- und Hilfsorganisationen und aus unserem Unternehmen. Vorgestellt wurde in diesem Rahmen zudem die Initiative „Stärker als Gewalt“ des zuständigen Bundesministeriums. Diese möchte erreichen, dass mehr Frauen und Männer Mut haben, sich gegen digitale Gewalt zu wehren, und dass mehr Menschen im Umfeld von betroffenen Personen helfen. Über die professionellen Akteure hinaus soll so eine Bewegung geschaffen werden, die von der engagierten Zivilgesellschaft bundesweit getragen wird. Auch der UdL Digital Talk im September 2020 beschäftigte sich mit dem Kampf gegen den Hass im Netz. Dazu diskutierten Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Philipp Westermeyer, Gründer von Online Marketing Rockstars (OMS), bei einer Hybridveranstaltung unter Einhaltung strenger Hygieneanforderungen im BASECAMP. Debattiert wurde, wie wir im Internet miteinander umgehen und welche Maßnahmen der Staat ergreifen sollte, um die Bürger vor Hassreden zu schützen und der Gefährdung der Demokratie entgegenzutreten. Im Fokus standen dabei die Förderung von Medienkompetenz, klarere gesetzliche Verpflichtungen für Betreiber sozialer Netzwerke, gegen Hasskriminalität vorzugehen, und die Unterstützung von Organisationen, die sich gegen digitale Gewalt engagieren.
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