Analyse von Menschenrechtsthemen für Produktgruppe Mobiltelefone und Zubehör

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Im Jahr 2018 haben wir die Produktgruppe der Mobiltelefone und des Mobiltelefonzubehörs bezüglich menschenrechtlicher Risiken analysiert. In einem ersten Schritt haben wir die Produktgruppe der Mobiltelefone und des Mobiltelefonzubehörs für die menschenrechtliche Risikoanalyse identifiziert. Diese Produktgruppe hat für uns eine besonders hohe Relevanz, da sie einen großen Anteil an unserem gesamten Einkaufsvolumen einnimmt. Zudem sind insbesondere die verzweigten Wertschöpfungsketten von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör potenziell von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Berichte über den Einsatz sogenannter Konfliktrohstoffe (wie z. B. Zinn, Coltan und Gold) mehren sich und auch die Produktionsbedingungen standen vielfach in der Kritik. Wir haben zunächst die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen und Mobiltelefonzubehör identifiziert und zu Übergruppen zusammengefasst – vom Rohstoffabbau über die Herstellung bis zur Entsorgung. Darauf aufbauend haben wir die wichtigsten Länder entlang der Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen bestimmt und ermittelt, welche potenziellen menschenrechtlichen Risiken in diesen Ländern auftreten können. Auf Grundlage der Wertschöpfungskette für die Produktgruppe Mobility haben wir die potenziell auftretetenden Risiken priorisiert. Die Bewertung der Risiken richtet sich nach der Verbindung zum Unternehmen sowie der Einordnung nach Schweregrad. Letzterer hängt von Ausmaß, Umfang und der Umkehrbarkeit der möglichen Menschenrechtsverletzung ab. Die Verbindung zum Unternehmen wurde anhand der Vertrags- und Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten sowie der Komplexität der eigenen Wertschöpfungskette bewertet. Die so ermittelten Risiken wurden dann in eine sogenannte Heatmap überführt, welche die priorisierten menschenrechtlichen Risiken entlang der Wertschöpfungskette von Telefónica Deutschland für die Produktgruppe Mobility abbildet.

Umgesetzte Maßnahmen aus der Risikoanalyse für Produktgruppe „Mobility“

Zu den wichtigsten Schlussfolgerungen gehörte, dass wir uns verstärkt in den Arbeitsgruppen der Multistakeholder-Initiativen engagieren werden, die sich insbesondere mit den rohstoffbezogenen Menschenrechtsrisiken befassen. Den Rahmen dafür bietet die Mitgliedschaft der Telefónica, S.A. Group in der Responsible Business Alliance, der Public-Private Alliance for Responsible Minerals Trade und der Joint Audit Cooperation. Im Jahr 2020 haben wir als Konsequenz aus der Risikoanalyse die Zusammenarbeit zum Thema Menschenrechte mit der Telefónica, S.A. Group noch enger verzahnt. Bei den quartalsweise stattfindenden Meetings unseres Menschenrechtskomitees ist nun auch ein ständiges Mitglied der Telefónica, S.A. Group aus dem Bereich Ethics & Sustainability vertreten. Ein zentrales Thema der intensivierten Zusammenarbeit ist der Austausch zu den Audits in der Lieferkette, insbesondere zu den Kontrollen der Joint Audit Cooperation. So haben wir im Jahr 2020 Vorschläge für Lieferantenaudits in Asien eingebracht und erhalten die Möglichkeit, die Audit Reports gemeinsam zu sichten sowie Verbesserungsmaßnahmen der Lieferanten zu verfolgen und nachzuhalten. Zu den weiteren aus dieser Risikoanalyse abgeleiteten und inzwischen umgesetzten Maßnahmen zählten die Etablierung eines unternehmensweiten Beschwerdemechanismus zum Thema Menschenrechte, erhöhte Transparenzanforderungen an unsere Geschäftspartner mit einer Weiterentwicklung der Supply Chain Sustainability Policy und die verstärkte Einbeziehung unserer Lieferanten in den EcoVadis-Prüfmechanismus. Besonderen Handlungsbedarf sehen wir bei der Produktgruppe Mobiltelefone und Zubehör in der verantwortungsbewussten Rohstoffnutzung und im Ressourcenschutz. So haben wir im Berichtsjahr das bestehende Hardware-Angebot „O2 My Handy“ nachhaltiger gestaltet. In den kommenden Jahren werden weitere ökologische Initiativen an unterschiedlichen Stationen entlang der „Customer Journey“ ausgebaut und kommuniziert. Dies ist ein weiterer Baustein unseres Engagements für einen nachhaltigen Lebenszyklus von Mobiltelefonen. Er ergänzt unser Handyrecyclingproramm und das Angebot des Eco Index, über den unsere Kunden Nachhaltigkeitsinformationen zu ihren Geräten erhalten können. Mehr dazu unter „Ressourcenschutz“.
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