Beschaffungsmanagement verantwortungsbewusst steuern

Das Beschaffungsmanagement und die Partnerschaft mit unseren Lieferanten beruhen auf unseren Geschäftsgrundsätzen und den Prinzipien Integrität, Engagement und Transparenz. Für mehr Nachhaltigkeit im Beschaffungsprozess legen wir Wert auf die Einhaltung der Mindestanforderungen für verantwortungsvolles Wirtschaften ebenso wie auf Effizienz und Innovation, gestützt auf neue Technologien und eine möglichst weitgehende Digitalisierung des Beschaffungsprozesses.
Für die Lieferantenbewertung und Auftragsvergabe setzen wir mit SUMA (Supplier Management) ein standardisiertes Tool ein, das neben Kosten- und Qualitätsmaßstäben auch soziale, ökologische und ökonomische Kriterien umfasst. 2017 haben wir 34 Zulieferunternehmen mit 56 Bewertungen im Rahmen des SUMA-Prozesses geprüft. Im Anschluss an die Bewertung legen wir Verbesserungsmaßnahmen fest und überprüfen deren Erfüllung. Wir entwickeln die nachhaltigkeitsorientierten Kriterien kontinuierlich weiter und nutzen hierzu auch Erkenntnisse aus unseren etablierten Managementsystemen nach den Normen ISO 50001 (Energiemanagement), ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement).

Risikoanalyse bei Lieferanten deutlich ausgewertet

In einem zweijährlichen Rhythmus führen wir eine Risikoanalyse im Lieferantenmanagement durch, die den Fokus auf die wichtigsten Lieferanten – gemessen an Risiko und Beschaffungsvolumen - richtet. Hier bewerten wir bei allen Produktgruppen die globalen und branchenrelevanten Risiken in Bezug auf Nachhaltigkeit, wie etwa Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Menschenrechte, Konfliktmaterialien, Kundenzufriedenheit und Datenschutz. Bis 2020 wollen wir ein System zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Lieferanten mit erhöhtem Risiko aufbauen. Daher haben wir 2017 Lieferanten mit potenziell erhöhtem Risiko um die Erteilung einer Selbstauskunft über das EcoVadis-Portal gebeten. Darüber hinaus haben wir mit einem Compliance Risk Assessment die bestehenden Richtlinien und Prozesse in Bezug auf die Lieferkette überprüft und gemeinsam mit der TGS Maßnahmen zur weiteren Risikominimierung entwickelt. Seit 2017 fordern wir von allen Lieferanten auf unserer Ausschreibungsplattform eine verpflichtende Erklärung zur Einhaltung der Antikorruptionsgesetze. Bislang haben 93 % unserer Einkaufslieferanten die Antikorruptionserklärung abgegeben. Zusätzlich haben wir eine Schnittstelle zur Datenbank von Factiva geschaffen, die den Zugang zu Informationen über Reputationsrisiken unserer Lieferanten ermöglicht. Das betrifft Daten zu möglichen Straftaten in den Bereichen Terrorismus, Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung oder zu anderen finanzbezogenen Delikten. Dabei erfolgen ein tägliches Screening der Informationen und die Aktualisierung der Lieferantenprofile. Bis Ende 2017 wurde bei keinem der registrierten deutschen Lieferanten ein hohes Reputationsrisiko identifiziert. Wir haben das Ziel, bis zum Jahr 2018 ein Financial Risk Assessment für aktive Lieferanten einzuführen und damit Informationen zum finanzbezogenen Risiko der Lieferanten in unserer Beschaffungsplattform besser abbilden zu können.