Regelmäßige Analyse der Lieferanten

Die Basis für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten bildet die Supply Chain Sustainability Policy. Diese folgt unseren Geschäftsgrundsätzen und orientiert sich an den wichtigsten internationalen Verträgen und Standards wie der UN-Menschenrechtscharta, den Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), den Richtlinien der OECD, den ISO-Normen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den UN Sustainable Development Goals (SDGs). Angesichts vielfältiger Herausforderungen in der globalen Lieferkette bezieht die Telefónica Deutschland Group ihre Lieferanten darüber hinaus in die Aktivitäten zum Schutz der Menschenrechte mit ein. In unserer Supply Chain Sustainability Policy haben wir dieses Thema gezielt adressiert und mit strengeren Vorgaben verknüpft. Im Oktober 2018 hat die Telefónica Deutschland Group mit der Durchführung einer menschenrechtlichen Risikoanalyse begonnen, die sich an den Vorgaben der fünf Kernelemente des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (kurz: NAP) orientiert.
Auch zur Verringerung unserer ökologischen Auswirkungen in der Lieferkette machen wir unseren Lieferanten strenge Vorgaben. Unsere Materialitätsanalyse hat gezeigt, dass potenzielle negative Auswirkungen im Wesentlichen in den Bereichen Wasserverbrauch und Energie- und CO2-Emissionen liegen. Über unsere Supply Chain Sustainability Policy erhalten unsere Lieferanten Vorgaben zu Umweltthemen. Beispielsweise verpflichten sie sich, im Rahmen der Tätigkeit für Telefónica auf ökologische Effizienz zu achten, insbesondere, wenn es sich um knappe Ressourcen wie Trinkwasser oder nicht erneuerbare Ressourcen handelt. Die Telefónica Global Services GmbH (TGS) als Tochtergesellschaft der Telefónica, S.A. Group steuert die Prozesse rund um den Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Sie arbeitet dafür weltweit mit den Ländergesellschaften des Konzerns zusammen und stimmt sich zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette kontinuierlich mit den Abteilungen Corporate Responsibility, Compliance, Legal und Datenschutz der Telefónica Deutschland Group ab. Darüber hinaus trägt die TGS ebenfalls die Verantwortung für den Registrierungsprozess für neue Lieferanten. In regelmäßigen Abständen führt die Telefónica Deutschland Group eine Risikoanalyse im Lieferantenmanagement durch. Dabei wird der Fokus auf die – gemessen an Risiko und Beschaffungsvolumen – wichtigsten Lieferanten gerichtet. Bei allen Produktgruppen bewerten wir die globalen und branchenrelevanten Risiken in Bezug auf Nachhaltigkeit, wie etwa Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Menschenrechte, Konfliktmaterialien, Kundenzufriedenheit und Datenschutz. Aktive Lieferanten werden darüber hinaus wiederkehrend durch einen externen Dienstleister, D&B (Dun & Bradstreet), im Hinblick auf finanzielle Risiken überprüft. Die Ergebnisse werden in unser zentrales Einkaufssystem (Ariba) eingespielt und dem Einkäufer in der Ausschreibungszusammenfassung („Bit Comparison“) angezeigt. Vor der Auftragsvergabe (Award) muss bei Hochrisikolieferanten von den verantwortlichen Fachbereichen entschieden werden, ob der Lieferant trotz des Risikos beauftragt werden soll. Diese Entscheidung wird im Einkaufssystem dokumentiert.

Vielfältiges Engagement in der Lieferkette

Als Mitglied in internationalen Multi-Stakeholder-Initiativen setzt sich die Telefónica, S.A. Group für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Lieferkette ein, z. B. im Rahmen der Responsible Minerals Initiative (RMI). Über die Telefónica, S.A. Group gehören wir zudem der Joint Audit Cooperation (JAC) an, in der die weltweit größten Telekommunikationsunternehmen vereinigt sind. Ihr Hauptanliegen ist neben dem Erfahrungsaustausch die effiziente und einheitliche Durchführung von Lieferantenaudits für alle Mitgliedsunternehmen auf globaler Ebene. 2017 hat die Telefónica Deutschland Group ihre Supply Chain Sustainability Policy (SCSP) überarbeitet. Im Rahmen der weiteren Implementierung bis 2020 werden wir uns auf die gezielte Kommunikation an unsere Lieferanten, die Anwendung auf alle Produkte und Dienstleistungen der Lieferkette sowie die wirksame Steuerung der Einkaufsprozesse der TGS, der Fachabteilungen, der CR-Abteilung sowie der Lieferantenkontrakte konzentrieren. Den Einkäufern steht die SCSP über das Telefónica Intranet zur Verfügung. Zudem wurde die überarbeitete SCSP den Einkäufern vorgestellt. Die interne Kommunikation erfolgt über Schulungen oder Intranetformate, die sich an die jeweils beteiligten Mitarbeiter richten. Für die Lieferantenbewertung und Auftragsvergabe setzt die Telefónica Deutschland Group mit SuMa (Supplier Management) ein standardisiertes Tool ein, das neben Kosten- und Qualitätsmaßstäben auch soziale, ökologische und ökonomische Kriterien umfasst. Im Anschluss an die Bewertung legen wir Verbesserungsmaßnahmen fest und überprüfen deren Erfüllung. Wir entwickeln die nachhaltigkeitsorientierten Kriterien kontinuierlich weiter und nutzen hierzu auch Erkenntnisse aus unseren etablierten Managementsystemen nach den Normen ISO 50001 (Energiemanagement), ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement). Bis 2020 wollen wir ein System zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung der Lieferanten mit erhöhtem Risiko aufbauen. Daher haben wir seit 2017 jährlich Lieferanten mit potenziell erhöhtem Risiko um die Erteilung einer Selbstauskunft über das EcoVadis-Portal gebeten.

Förderung von Transparenz in der Lieferkette

2018 konnten wir in verschiedenen Bereichen unseres nachhaltigen Lieferantenmanagements Fortschritte erzielen:
-Bislang haben 98 % unserer Einkaufslieferanten die Antikorruptionserklärung akzeptiert.
-Lieferanten mit erhöhtem Risiko wurden aufgefordert, eine Selbstauskunft über EcoVadis abzugeben; im Berichtsjahr waren dies vier zusätzliche Lieferanten.
-2018 haben wir 27 Zulieferunternehmen mit 48 Bewertungen im Rahmen des SuMa-Prozesses bewertet.
-Bis Ende 2018 wurde bei keinem der registrierten deutschen Lieferanten ein hohes Reputationsrisiko identifiziert.