Safer Internet Day 2026 Hamburger Jugendliche entwickeln KI-Kompass – Drei Regeln sind ihnen wichtig
17.02.2026

Avatar im Netz: Im „WAKE UP!“-Workshop diskutieren Jugendliche über die Chancen und Risiken von KI (Credits: Jan Pries)
Was brauchen junge Menschen, um sich sicher und selbstbewusst in einer Welt zu bewegen, in der künstliche Intelligenz immer präsenter ist? Diese Frage steht im Mittelpunkt des „WAKE UP!“-Workshops am 10. Februar 2026 in Hamburg. Unter dem Motto „Kopf anlassen“ diskutieren mehr als 1300 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einem Expertenteam bei O2 Telefónica und im Livestream darüber, wie KI ihren Alltag beeinflusst. Sie entwickeln einen KI‑Kompass für den verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie.
Wenn KI beeindruckt – und gleichzeitig danebenliegt
Gleich zu Beginn erleben die Teilnehmenden, wie widersprüchlich KI wirken kann. Im Zentrum des Workshops steht der eigens entwickelte KI-Avatar „kAI“. In einer Live-Demonstration mit Anna Albrecht, Journalistin und bekannt durch die Nachrichtenvideos der tagesschau auf Social Media, zeigt sich die Ambivalenz der Technologie: kAI wirkt hilfsbereit, unterhaltsam und humorvoll – und dennoch liefert er klassische „Halluzinationen“. So bezeichnet er Angela Merkel fälschlicherweise als aktuelle Bundeskanzlerin.
„KI kann sehr überzeugend klingen – auch wenn sie falsch liegt“, betont Deniz Taskiran, Projektleiterin WAKE UP! und Senior Managerin Corporate Responsibility & Sustainability bei O2 Telefónica. „Wenn Systeme Fakten erfinden oder veraltete Informationen ausgeben, merken wir das oft nicht sofort. Genau deshalb brauchen junge Menschen die Kompetenz, Ergebnisse kritisch zu prüfen und Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen.“

Deniz Taskiran (Credits: Falco Peters)
Jugendliche entwickeln KI-Kompass für Gleichaltrige
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler in Hamburg wollen Gleichaltrigen im verantwortungsvollen Umgang mit KI helfen. Sie erarbeiten einen KI-Kompass der Jugend mit drei Regeln:
- Kopf anlassen: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für eigenes Denken. Ergebnisse müssen kritisch geprüft werden.
- Datenschutz geht vor: Keine sensiblen Daten in Prompts eingeben – die KI vergisst nichts.
- Mensch vor Maschine: KI darf soziale Bindungen und echte Beziehungen niemals ersetzen.

KI-Kompass: Jugendliche erarbeiten drei Regeln für den verantwortungsvollen Umgang mit KI (Credits: Jan Pries)
Risiken reichen von perfekten Fakes bis zu simulierten Beziehungen
Wie wichtig diese Regeln sind, ordnen Psychologin Pia Kabitzsch und Medienpädagogin Lidia de Reese ein:
- Desinformation: KI kann täuschend echte Bilder, Stimmen oder Videos erzeugen. Diese werden gezielt genutzt, um starke Emotionen wie Angst auszulösen. Der Rat der Profis: Absender prüfen, auf vertrauenswürdige Medien setzen.
- Die Einsamkeits-Falle: Journalistin Leah Nlemibe berichtet aus einem Selbstversuch, dass KI zwar als urteilsfreier Zuhörer dienen kann – aber niemals echte Beziehungen oder professionelle Therapie ersetzt.
Prävention beginnt bei Eltern
Bereits am Vorabend des Workshops haben Experten bei einem digitalen Elternabend über 500 Teilnehmende über Gefahren wie Cybergrooming informiert – der Online-Anbahnung sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, Eltern konkrete Gesprächsleitfäden und Hilfeanlaufstellen an die Hand zu geben, um Kinder sicher durch die digitale Welt zu begleiten.

Elternabend: Über 500 Eltern bekommen Gesprächsleitfäden und Anlaufstellen für mehr Unterstützung an die Hand (Credits: Jan Pries)
Digitale Aufklärung für alle Generationen
Mit Initiativen wie „WAKE UP“ und Projekten wie „Digital mobil im Alter“ der Stiftung Digitale Chancen engagiert sich O2 Telefónica gemeinsam mit weiteren Partnern dafür, Menschen jeden Alters für die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zu sensibilisieren – und sie in ihrer digitalen Handlungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.