Nachhaltigkeit wird mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil:ESG-Roadshow 24. bis 26. März 2021 mit Peter Löscher und Markus Haas

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Die konsequente Verfolgung der Environmental, Social und Governance (ESG) Kriterien wird von Investoren gefordert und zunehmend auch reguliert.
Das Thema Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren Faktor für den Unternehmenserfolg. Immer mehr Kunden entscheiden sich für nachhaltig erzeugte Produkte. Mitarbeiter wollen für verantwortungsvolle Arbeitgeber tätig sein. Was meist als Nachhaltigkeit oder Corporate Responsibility bezeichnet wird, das sind für die Finanzwelt die Environmental, Social und Governance (ESG) Kriterien. Deren konsequente Verfolgung wird von Investoren gefordert und zunehmend auch reguliert. Telefónica Deutschland / O2 Aufsichtsratschef Peter Löscher und CEO Markus Haas gehen diese Woche auf Telefónica Deutschland’s erste ESG Roadshow, um Investoren unsere Strategie zu erläutern. Sie wollen herausstellen, warum Telefonica Deutschland / O2 in Nachhaltigkeitsaspekten Vorreiter in der Telekommunikationsbranche und am Kapitalmarkt ist. Warum wird ESG für Unternehmen immer wichtiger?
Peter Löscher
Peter Löscher: ESG ist inzwischen keine Kür, sondern ein Pflichtprogramm für alle Unternehmen. Wer sich heute nicht um Nachhaltigkeit kümmert, wird es in der Zukunft schwer haben erfolgreich zu wirtschaften. Internationale Finanzkonzerne wie HSBC und Nordea gehen mit Verweis auf mangelnde Nachhaltigkeit auf Abstand zur Öl- und Gasindustrie. Die weltgrößten Versicherungskonzerne wollen Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf der Kohlegewinnung basiert, nicht mehr länger zu ihren Kunden zählen. Der weltweit größte Staatsfonds aus Norwegen hat Nachhaltigkeit in das Zentrum seiner Anlagestrategie gestellt. Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock fordert von seinen Beteiligungsunternehmen nachdrücklich nachhaltiges Handeln ein. Allein die zwei letztgenannten verwalten zusammen ein Vermögen von rund 10 Billionen US-Dollar. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der dritt- und viertgrößten Wirtschaftsnationen Deutschland und Japan zusammen. Beide gehören übrigens auch zu den Top-10-Anteilseignern von Telefonica Deutschland. Das „Buy-in“ von Investoren bei ESG ist enorm. Und das ist auch gut so.
Markus Haas
Markus Haas: Das Nachhaltigkeitsmanagement, das auf festen ESG-Kriterien fußt, ist bereits seit 2005 fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Es ist ein Teil unserer DNA, wenn man so will. Mit dem Responsible Business Plan 2025, den wir diese Woche vorgestellt haben, sind Umwelt & Klima, Soziales und gute Unternehmensführung, also ESG, so tief im Unternehmen verankert wie niemals zuvor. So wollen wir unsere Vorreiterrollte in der Telekommunikations­branche weiter ausbauen. Mit 76 Maßnahmen, die mit teils bonusrelevanten Zielen hinterlegt werden, haben wir die Anzahl der Nachhaltigkeits-Maßnahmen im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Alle Unternehmensbereiche und –prozesse sind betroffen. Wir wollen mit dem grünsten Netz spätestens 2025 klimaneutral sein. Allein in diesem Jahr wollen wir über 10 Millionen Menschen im Rahmen der digitalen Inklusion erreichen und die derzeitigen Rekordwerte für Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit weiter ausbauen.
Worauf basiert das große auch persönliche Engagement für ESG? Markus Haas: Ich bin mit Klimafragen aufgewachsen, mit dem Waldsterben in den 80er-Jahren und der Etablierung der Grünen in der Politik. In jüngster Zeit hat mich die Fridays for Future Bewegung beeindruckt. Als Vater ist es großartig zu sehen, wie junge Menschen den Klimaschutz auf der Agenda unseres Landes etabliert haben. Außerdem beschäftigt mich die soziale Ungleichheit, die durch die Pandemie noch verstärkt wird und sich auch an der Digitalisierung festmacht. Wer vor Corona digital schlecht aufgestellt war, der hat es in diesen Tagen besonders schwer. Das zeigt sich bei Unternehmen, bei den Freiberuflern und geht bis zu den Familien. Kinder aus finanzschwachen oder bildungsfernen Familien verlieren mangels digitaler Befähigung den Anschluss. Dabei müssen wir gerade bei den Kindern ansetzen und ihnen einen fairen Start in das Leben und in den Beruf ermöglichen. Wenn meine Töchter mich in 20 Jahren fragen: “Was hast Du denn gegen den Klimawandel und die Spaltung unserer Gesellschaft getan”, dann will ich sagen können: “Ich habe für ein Unternehmen gearbeitet, das den Zugang zu einer nachhaltigen digitalen Zukunft demokratisiert hat und so den Alltag für alle Menschen besser gemacht hat”. Das ist unser Purpose! Peter Löscher: Als Vater, dessen unterschiedliche Familienmitglieder in vielen verschiedenen Ländern der Erde zuhause sind, sind mir der weltweite Klimaschutz und auch Diversity ein natürliches Anliegen. Denn unsere Kinder werden von den dramatischen Folgen der Erderwärmung direkt betroffen sein. Das Bild ist hier leider anhaltend eingetrübt. Obwohl in Folge der Corona-Pandemie und den weltweiten Klimaschutz-Maßnahmen die Treibhaus-Emissionen zuletzt zurückgegangen sind, steuern wir weiterhin auf drei Grad Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Nur entschlossenes Handeln kann den Klimawandel zumindest begrenzen. Das gleiche gilt für andere zentrale ESG-Ziele, wie die Gleichstellung der Geschlechter, aber auch den Kampf gegen die weltweite Korruption. Um hier messbare Fortschritte zu erzielen, muss man neue, und manchmal auch unbequeme Wege gehen und vor allem Handeln. Als ich bei Siemens 2007 CEO wurde, war das Unternehmen inmitten eines existenzbedrohenden Korruptionsskandals und der Vorstand bestand ausschließlich aus deutschen Männern. 2008 wurde die erste Frau in der 160-jährigen Geschichte in das Topmanagement berufen. Das ist gerade erst 13 Jahre her. Auf der anderen Seite mussten wir bei der Aufarbeitung des Korruptionsskandals jahrelang gewachsene Strukturen und Seilschaften aufbrechen und eine neue Unternehmenskultur entwickeln. Den Status quo in Frage zu stellen halte ich für essenziell, um Unternehmen erfolgreich führen zu können.
Welche persönlichen Erfahrungen verknüpfen Sie mit dem Umwelt- und Klimaschutz? Peter Löscher: Ich möchte gerne beim vorigen Beispiel bleiben. Bei Siemens haben wir schon 2008 unseren Fokus auf grüne Technologien gelegt und ein Umweltportfolio definiert. Hier haben wir gezeigt, dass energieeffiziente Technologien sich auch wirtschaftlich auszahlen und entsprechende Investitionen attraktive Renditen bringen. Als eines der ersten global tätigen Unternehmen überhaupt haben wir damit ökonomische Prinzipien mit ökologischer Vernunft zusammengebracht. In gewisser Weise waren wir damit grüne Pioniere in einer damals noch längst nicht so grünen Unternehmenswelt. Telefónica Deutschland / O2 ist jetzt schon Vorreiter für Klimaschutz und auch für die Nachhaltigkeit in der Telekommunikationsindustrie. Dennoch setzt sich der Vorstand auch weiterhin ambitionierte Ziele, um diesen entscheidenden Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen. Das stimmt mich optimistisch für für die Zukunft von Telefónica Deutschland / O2.
Der neue Responsible Business Plan 2025 ist das Steuerungsinstrument für das Nachhaltigkeitsengagement bei Telefónica Deutschland / O2
Leistet die ESG-Orientierung auch einen Beitrag zum Unternehmenserfolg? Markus Haas: ESG stärkt unser Geschäftsmodell und schafft Wettbewerbsvorteile. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sind fester Bestandteil des Lebensstils unserer Kunden. Für 92 Prozent aller Nutzer sind Nachhaltigkeitsaspekte beim Handy-Kauf wichtig. Dem werden wir gerecht. Wir bieten bereits nachhaltige Smartphones und Zubehör an. Mit dem EcoIndex bekommen unsere Kunden eine sichtbare Bewertung von Smartphones unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Und wir unterstützen den NABU mit unserem Handyrecycling-Programm. Ankauf und Wiedervermarktung gebrauchter Smartphones kommen im Rahmen der neuen Nachhaltigkeitsinitiative „Keep the Planet Blue“ in Kürze hinzu. Das sollte die Zufriedenheit unserer Kunden weiter steigern und ist gut für die Umwelt. Außerdem ist es für mehr als drei Viertel der Arbeitnehmer wichtig, dass Nachhaltigkeit bei ihrem Arbeitgeber einen hohen Stellenwert hat. Wir sorgen dafür, dass Mitarbeitende auch in dieser Hinsicht mit uns zufrieden sind. Und für Investoren sind die ESG-Kriterien ein wichtiger Bestandteil der Investitionsentscheidungen. Deshalb ist „Tue Gutes und sprich darüber“ im Falle von ESG notwendig. „Transparenz & Dialog“ ist wichtig im Rahmen der guten Unternehmensführung. Deshalb geben wir in dieser Woche mit unserer ersten virtuellen ESG-Roadshow den Startschuss für einen regelmäßigen Dialog mit nachhaltig orientierten Investoren.
Was ist die Rolle des Aufsichtsrats bei der Verfolgung von ESG-Zielen? Peter Löscher: Unternehmenskultur und ESG-Kriterien müssen vom Top-Management vorgelebt werden. Ein klarer „Tone from the Top“ ist entscheidend für den Erfolg von Veränderungen. Als Aufsichtsrat bestellen und kontrollieren wir die Mitglieder des Vorstands, der das strategische und operative Führungsteam unseres Unternehmens ist. Dabei richten wir uns natürlich nach den geltenden gesetzlichen Regelungen, dem Deutschen Corporate Governance Kodex und unseren eigenen Grundsätzen. Eines unserer Leitprinzipien ist das Diversity-Konzept. Telefonica Deutschland / O2 ist auch bei der Gleichstellung der Geschlechter ein Pionier auf dem deutschen Markt. Während der Gesetzgeber jetzt erst anfängt, mindestens ein weibliches Mitglied im Vorstand vorzuschreiben, hat Telefónica Deutschland / O2 bereits seit dem Börsengang kontinuierlich mindestens eine Frau in diesem Gremium. Aktuell sind sogar zwei von sieben Vorstandspositionen mit Frauen besetzt. Damit übererfüllen wir die vom Aufsichtsrat selbstgewählte Quote von 25 Prozent. Das findet auch externe Anerkennung. Wir sind das zweite Jahr in Folge Mitglied des hochangesehenen Bloomberg Gender-Equality Index.
In den wichtigsten Nachhaltigkeitsrankings erreicht Telefónica Deutschland / O2 zunehmend gute bis sehr gute Bewertungen
Wie sehen die ESG-Ratings von Telefonica Deutschland bisher aus? Markus Haas: In den wichtigsten Nachhaltigkeitsrankings - sustainalytics, MSCI, ISS oekom und FTSE Russell – erreichen wir zunehmend gute bis sehr gute Bewertungen. Auch die wiederholte Aufnahme in relevanten Indices, wie den Bloomberg Gender-Equality Index, die CDP-Klima-A-Liste und in den DAX50-ESG spiegeln unsere starke Leistung wider. Das alles zusammen gibt uns Zugang zu einer neuen Qualität von Finanzierungsmöglichkeiten. Denn die an ESG-Performance gebundenen Finanzierungen führen beispielsweise zu Zinsersparnissen bei der Fremdkapitalbeschaffung. Wir waren Ende 2019 das erste deutsche Telekommunikationsunternehmen, das einen sogenannten Sustainability-Linked-Loan abgeschlossen hat. Auch das Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 450 Millionen Euro für den Aufbau des 5G-Netzes haben wir erhalten, weil die EIB in dem Ausbau als ein Finanzierungsprojekt einstuft, welches die Energieeffizienz unseres Mobilfunknetzes signifikant erhöht. Und wir prüfen derzeit weitere nachhaltige Finanzierungsinstrumente, wie beispielsweise ESG-gebundene Anleihen, ESG-gebundene Schuldscheine, und klimaneutrales Leasing. Die Nutzung dieser Instrumente wird uns auch aus finanzieller, unternehmerischer Sicht nachhaltig helfen!

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Verantwortung bei Telefónica Deutschland Für Investoren: Nachhaltig Investieren / ESG

Auszeichnungen

Telefónica Deutschland ist Teil des Bloomberg Gender-Equality Index (GEI) und ist laut einer Gleich­berechti­gungs-Studie der Boston Consulting Group führend bei Diversity

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