CEO Markus Haas im n-tv-Interview:„Mit unserem 5G-Start demokratisieren wir Hightech“

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Credits: Telefónica Deutschland / Bernhard Huber
Markus Haas
Telefónica Deutschland CEO Markus Haas blickt in einem Interview mit n-tv auf den bevorstehenden O2 5G-Netz-Start, auf die kommende 5G-Ära und die Digitalisierung der Bundesrepublik. Wir geben an dieser Stelle Auszüge des Gesprächs wieder. Das Interview erschien am 24. September 2020 bei n-tv hier: www.n-tv.de/. Telefónica Deutschland / O2 schaltet kommende Woche, am Tag der Deutschen Einheit in ersten Städten Sendemasten für den neuen Mobilfunkstandard 5G an. Warum erst jetzt? Die Konkurrenz ist schon weiter. Markus Haas: Weil jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist. Die großen Hersteller bringen Smartphones auf den Markt, die diesen Mobilfunkturbo unterstützen. Damit wird die neue Technik jetzt für unsere Kunden relevant. Zum Start ist der 5G-Empfang bei Ihnen auf 150 Stationen in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln beschränkt. Die Geschwindigkeit ist mit 300 Mbit/s pro Sekunde noch weit entfernt von den Möglichkeiten des neuen Standards. Ist das nicht erstmal rein symbolisch aus Sicht der Nutzer? Markus Haas: Nein. Mit 5G bricht wirklich ein neues Mobilfunkzeitalter an. Wir werden den Ausbau schnell vorantreiben und in den Städten schon bald eine Geschwindigkeit bieten, die etwa 100 Mal über der des 4G Standards liegt. Damit wird sich die Nutzung des Mobilfunks grundlegend verändern. Innerhalb von Sekunden werden wir künftig ganze Serienstaffeln in hoher Qualität herunterladen können. Wir werden uns daran gewöhnen, jederzeit Videos in höchster Auflösung auf unseren Smartphones zu sehen. Außerdem wird der Mobilfunk mit 5G immer häufiger als DSL-Ersatz dienen. Durch all das wird das Datenvolumen weiter signifikant steigen. Das 5G-Netz bietet ausreichende Kapazität dafür.
"Mit 5G bricht wirklich ein neues Mobilfunkzeitalter an,“ so Markus Haas.
Über das löchrige und langsame Handynetz zu klagen, gehört in Deutschland quasi zum guten Ton. Andererseits liegt unsere Priorität, sowohl als Kunden privat als auch politisch, wenn es um die Frequenzvergaben per Auktion geht, offenbar beim Preis. Entspricht das Netz und die digitale Infrastruktur darüber hinaus in Deutschland schlicht dieser Priorität? Markus Haas: Absolut! Die Zahlungsbereitschaft für mobile Kommunikation liegt bei den Deutschen bei etwa 50 Cent pro Tag. Dagegen sind viele bereit, für einen Cappucino drei Euro zu bezahlen. Das zeigt, dass wir ein Wertschätzungsproblem haben, angesichts der enormen Bedeutung der Mobilkommunikation für unser Leben. Allerdings glaube ich, dass sich das Bewusstsein dafür jetzt mit der Corona-Krise gewandelt hat. Corona hat uns die Bedeutung der gesamten digitalen Infrastruktur deutlich gemacht - privat wie politisch. So hat sich die Große Koalition bei ihrem Konjunkturpaket gegen eine Auto-Abwrackprämie entschieden. Stattdessen gibt es aber insgesamt fünf Milliarden Euro für digitale Technologien, inklusive eines erstmaligen Mobilfunk-Förderprogramms. Das ist ein grundlegender Wandel in Deutschland. Wird der Ausbau des 5G-Netzes schneller gehen als die gut zehn Jahre, die es bei 4G gebraucht hat? Markus Haas: Ja, viel schneller! Einmal können wir die Stationen, die wir für 4G gebaut haben auch für 5G nutzen. Wir müssen also nicht die gesamte Infrastruktur doppelt ausbauen. Vor allem aber sind die Voraussetzungen ganz anders als vor 10 oder 20 Jahren. Einschließlich der Grünen, die dem Ausbau der Netze lange kritisch gegenüberstanden, gibt es einen Konsens über alle Parteien und Bundesländer hinweg bei der Notwendigkeit flächendeckender Mobilfunkversorgung und auch der Bereitschaft zu investieren. Deutschland war lange sehr zögerlich, gibt jetzt aber richtig Gas.
Mit 5G bricht ein neues Mobilfunkzeitalter an.
Politisch haben Sie große Unterstützung für den 5G-Netzausbau. Es gibt in der Bevölkerung - gerade in der Corona-Krise - auch Ängste davor. In einigen Ländern wurden sogar Mobilfunkstationen zerstört. Bereitet Ihnen das Sorgen? Markus Haas: Diese Ängste gibt es. Sie beruhen aber auf Missverständnissen und diffusen, teils nicht nachvollziehbaren Argumenten. Dagegen hilft nur Aufklärung mit Fakten und die sind eindeutig: Ich kenne nicht eine einzige wissenschaftliche Studie, die Hinweise auf nachhaltige Gesundheitsschäden durch 5G enthält. Die gab es übrigens auch schon bei den Mobilfunkstandards 2G, 3G und 4G nicht.

Autor: Klaus Schulze-Löwenberg

Klaus Schulze-Löwenberg ist seit 2016 Leiter Produkt & Technologiekommunikation bei Telefónica Deutschland. Zuvor seit 2008 Teil des Kommunikationsteams der E-Plus Gruppe und als Teamleiter verantwortlich für die Netz- und Produktkommunikation.
Auf unserer 5G-Netzinfoseite finden Sie alle Informationen zum neuen Mobilfunkstandard.

Mehr Informationen:

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