Dritter bundesweiter Digitaltag am 24.6.:“Ein bisschen IT gehört zur Grundkompetenz”

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Credits: O2 Telefónica
Mit der Digitalisierung kann unsere Gesellschaft Klimaziele erreichen, den sozialen Zusammenhalt stärken und den allgemeinen Wohlstand fördern. Dazu brauchen wir verantwortungsvolle Gestalter:innen der Digitalisierung, die auf souveräne Nutzer:innen des Digitalen treffen. Valentina Daiber, Vorständin für Recht & Corporate Affairs bei O2 Telefónica, erklärt anlässlich des morgigen Deutschen Digitaltags im Interview, warum digitale Kompetenzen für unsere Zukunft entscheidend sind. Wie nachhaltig ist die Digitalisierung für unsere Gesellschaft?
Valentina Daiber: Mit der Digitalisierung können wir wichtige Nachhaltigkeitsziele erreichen: für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie kann quasi die berühmte „eierlegenden Wollmilchsau“ werden. Denn europäische Studien zeigen, dass eine Volkswirtschaft mit der Erhöhung ihres Digitalisierungsgrades bis zu fast zwei Prozent mehr Wachstum pro Jahr erzielen kann. Auch in Zeiten von Pandemie und Lieferengpässen sehen wir, dass sich digitalisierte Unternehmen schneller an die neue Situation anpassen. Wir wissen, dass Länder mit einem höheren ökonomischen Leistungsniveau im Durchschnitt auch sozial gerechter sind. Und Klimastudien zeigen, dass wir die CO2-Emissionen allein in Deutschland durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler Lösungen bis zum Ende dieses Jahrzehnts um bis zu 152 Megatonnen verringern können. Das entspricht rund einem Fünftel der heutigen CO2-Emissionen.
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Der Strom, den wir nutzen, ist zu 100 Prozent Grünstrom.
Stichwort „Klima“: Verursacht die Digitalisierung nicht auch CO2? Valentina Daiber: Die Digitalisierung ist vor allem Teil der Lösung für unsere Umweltherausforderungen. Denn selbst unter Berücksichtigung der Emissionen, die durch digitale Geräte oder Infrastrukturen entstehen, beträgt die erreichbare CO2-Einsparung bis zum Ende des Jahrzehnts noch immer rund 126 Megatonnen netto. Es ist aber richtig, dass wir die Digitalisierung aktiv nachhaltig gestalten müssen. Im Sinne des Klimas müssen wir beispielsweise die enorme Menge an digitalen Daten mit immer weniger Strom pro Byte transportieren. Bei O2 Telefónica verbrauchen wir schon heute 78 Prozent weniger Strom pro transportiertem Byte als 2015. Der Strom, den wir nutzen, ist zu 100 Prozent Grünstrom.
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Heute beeinflussen Tik Tok, Instagram & Co. zu sehr das Selbstbewusstsein junger Menschen. Sie machen ihr Selbstwertgefühl von Likes abhängig.
Das Klima ist eines der drei genannten Nachhaltigkeitsfelder. Was braucht Deutschland, um mit dem Digitalen auch den Wohlstand und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken? Valentina Daiber: Alle Menschen müssen einen bezahlbaren Zugang zum Digitalen haben und sie müssen ihre digitalen Kompetenzen stärken. Dann kann die Digitalisierung ihr Potential für Wohlstand und Teilhabe entfalten. Für den technischen Zugang sorgen wir mit unserem leistungsfähigen O2 Netz. Zur Stärkung digitaler Kompetenzen braucht es aber mehr als das. Bisher entscheiden noch viel zu oft der finanzielle Hintergrund, die Einwanderung, der Wohnort, das Alter oder die Digitalaffinität von Lehrer:innen über den Zugang zur digitalen Welt. Wenn das Geld für Notebook und Internetanschluss fehlt, die Familie das Kind nicht beim Lernen unterstützen kann und Nachhilfeunterricht zu teuer ist, dann bilden sich soziale Kluften. Da müssen wir als Gesellschaft Abhilfe schaffen. Und dann sind da noch die Sozialen Medien. Heute beeinflussen Tik Tok, Instagram & Co. zu sehr das Selbstbewusstsein junger Menschen. Sie machen ihr Selbstwertgefühl von Likes abhängig. Gleichzeitig verbreiten sich Fake News und Verschwörungsmythen schneller als seriöse Nachrichten. Wenn all dies auf unvorbereitete Menschen trifft, dann werden User zu Opfern. Die wirksamsten Mittel gegen Falschmeldungen, Manipulation und Beleidigung sind selbstbewusste, kompetente Menschen. Mit unseren Programmen „WAKE UP Jetzt!”, das vor allem Kinder und Jugendliche anspricht, sowie „Digital mobil im Alter“ erreichten wir allein im Jahr 2021 rund 6,5 Mio. Menschen. Wir haben ihre digitalen Kompetenzen gestärkt.
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Souveräne Nutzer:innen und verantwortungsvolle Gestalter:innen machen die Digitalisierung zum Erfolg.
Was kann jede:r einzelne tun, um die Digitalisierung zum Erfolg zu machen? Valentina Daiber: Jeder kann als souveräne:r Nutzer:in oder verantwortungsvolle:r Gestalter:in eine erfolgreiche Digitalisierung ermöglichen. Schon allein durch die Nutzung des Digitalen leistet jeder einen Beitrag dazu, dass beispielsweise Unternehmen ihre nachhaltigen Dienstleistungen auf uns zuschneiden und optimieren können. Denn mit unseren Daten, Bewertungen und unserem Nutzerverhalten werden wir zu Influencer:innen der digitalen Welt. Egal, ob wir aktiv eine App herunterladen und nutzen oder ob wir passiv Bewegungsdaten erzeugen. Wir beeinflussen so digitale Services und leisten einen Beitrag zu Verbesserungen in der digitalen und analogen Welt. Beispielsweise können Unternehmen auf Basis der von O2 Telefónica mit dem Mobilfunk erhobenen und dann anonymisierten und aggregierten Bewegungsdaten Verkehrsströme lenken, Staus vermeiden und Fahrer zu freien Parkplätzen führen. Die Berliner Verkehrsbetriebe greifen mit unserer Hilfe auf Datenanalysen auf Basis von Bewegungsdaten zurück, um ihr Angebot für Busse und Bahnen besser zu planen und zu koordinieren.
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Wir verfügen inzwischen über die digitalen Geräte, Apps, Technologien, Zugänge und Kompetenzen, um unseren Alltag umweltschonender zu gestalten.
Welche weiteren digitalen Lösungen gehen über die reine Datennutzung hinaus und sind wichtig für mehr Nachhaltigkeit - im Sinne von Umwelt, Wohlstand und Teilhabe? Valentina Daiber: Egal, ob ich meine Mobilität über eine App organisiere, an einem Webinar teilnehme oder in einer Metaverse ein Konzert besuche: Wir verfügen inzwischen über die digitalen Geräte, Apps, Technologien, Zugänge und Kompetenzen, um unseren Alltag umweltschonender zu gestalten, andere Menschen an unserem Leben teilhaben zu lassen sowie Job und Privatleben besser in Einklang zu bringen. So arbeiten wir beispielsweise im Home Office und nehmen an wichtigen Meetings virtuell teil. Wer sich bisher wegen Familie, Landleben oder gar Behinderung von einer guten Karrieremöglichkeit ausgeschlossen sah, der oder die erhält durch die Digitalisierung ganz neue Freiheiten. Unsere Lebensqualität und Beschäftigungsfähigkeit hängen mehr und mehr von digitalen Kompetenzen ab. Wer davon profitieren möchte, kommt an Big Data, Künstlicher Intelligenz & Co nicht mehr vorbei. Denn wir alle sind schon mittendrin. Wer sind die Gestalter:innen der Digitalisierung? Valentina Daiber: Ingenieur:innen, Techniker:innen, Programmierer:innen, aber ebenso Philosoph:innen, Personaler:innen oder Jurist:innen und viele mehr. Sie kommen aus allen Altersgruppen, Nationen und haben diverse Hintergründe. Sie machen die digitale Welt zu einem funktionierenden Abbild unserer analogen Welt. Etwa durch ihre Arbeit in Unternehmen und Institutionen, die unsere digitale Infrastruktur aufbauen und gestalten, wie O2 Telefónica. Oder in Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle und Anwendungen auf genau dieser digitalen Infrastruktur verwirklichen, wie unsere Kund:innen.
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Techniker:innen und Ingenier:innen übernehmen nicht nur die Verantwortung für den Aufbau der digitalen Infrastruktur, sondern sorgen sich auch um deren Umweltverträglichkeit und Resilienz.
Was unterscheidet Nutzer:in und Gestalter:in voneinander? Valentina Daiber: Gestalter:innen übernehmen eine große Verantwortung für die Auswirkungen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Produkten und Services auf Mitarbeiter:innen, Lieferant:innen, Kund:innen, Gesellschaft und die Umwelt. Wir nennen das Corporate Digital Responsibility. Ein:e Philosoph:in beschäftigt sich beispielsweise auch mit den ethischen Fragen der künstlichen Intelligenz. Was soll das autonom fahrende Auto machen, wenn ein Aufprall unvermeidbar ist und es nur noch zu entscheiden gilt, ob der alte Mann oder das Kind angefahren wird? Darf das Auto so eine Entscheidung überhaupt treffen? Techniker:innen und Ingenier:innen übernehmen nicht nur die Verantwortung für den Aufbau der digitalen Infrastruktur, sondern sorgen sich auch um deren Umweltverträglichkeit und Resilienz. Für viele Menschen ist das Digitale noch ein Buch mit sieben Siegeln. Verlieren diese den Anschluss? Valentina Daiber: Wichtig ist: Nicht jeder muss Algorithmen programmieren und neuronale Netze trainieren können. Aber ein bisschen IT gehört zur Grundkompetenz. Darüber hinaus brauchen wir alle ein gewisses Maß an Willen zur permanenten Weiterbildung, Mut und Lust immer nach rechts und links zu schauen und uns mit Neuem zu beschäftigen. Wenn wir so gemeinsam mit und an dem Digitalen arbeiten, dann muss auch niemand den Anschluss verlieren. Wir können die Digitalisierung verantwortungsvoll gestalten und nutzen. Wem das Gestalten nicht liegt, nutzt das Digitale und ist so Influencer:in. So erreichen wir mit der Digitalisierung viel Gutes: Für Klima und Umwelt, für die gesellschaftliche Teilhabe und für den allgemeinen Wohlstand.

Von: Tanja Laube

Tanja Laube ist Pressesprecherin für alle Nachhaltigkeitsthemen, wie Umwelt und Klima, Corporate Digital Responsibility, Responsible Business Plan und CR Report. Sie hat über 25 Jahre Kommunikationserfahrung, u.a. als Leiterin Unternehmenskommunikation/Marketing der VTG AG, stellv. Leiterin Unternehmenskommunikation und Pressesprecherin bei Tchibo, Senior Managerin globale PR und Marketingkommunikation bei Philips Semiconductors sowie als selbständige Unternehmensberaterin und Coachin.

Aktivitäten zum Digitaltag

Mitmachangebot für Senior:innen und die ganze Familie am 24. Juni in Berlin:

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