5G Today-Projektpartner Telefónica Deutschland: Bayerisches 5G-Testfeld für Rundfunkübertragung nimmt Betrieb auf

Credits: Ekkehart Winkler
Inbetriebnahme des Rundfunk-Testfelds 5G TODAY - Dr. Florian Herrmann (Bay. Staatsminister, 5. v. l.) startet Sendebetrieb
Das Projekt 5G TODAY hat heute mit einem einzigartigen Testfeld für 5G-Rundfunkübertragung seinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Projektpartner Bayerischer Rundfunk, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutschland erproben damit die Rundfunkverbreitung über die künftige 5G-Technologie. Das neue und großflächige 5G-Testfeld in Oberbayern wird von zwei Hochleistungssendern an den Standorten Ismaning und am Wendelstein versorgt. Die großflächige Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen wird auf Basis eines neuen Rundfunkmodus getestet, der eine preiswerte Verbreitung von Inhalten über sehr große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern erlaubt.

Staatsminister Herrmann startet Sendebetrieb

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Dr. Herrmann
Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, Dr. Florian Herrmann, MdL, startete den Betrieb des Senders vor 150 Gästen aus der Telekommunikations- und Medienbranche, die an einer zweitägigen Fachkonferenz des IRT teilnehmen. „Mit diesem Meilenstein schaffen wir einen Impuls für die bayerische Medienlandschaft und stellen einmal mehr die Innovationskraft des Freistaates heraus“, so Herrmann. Mit dem Projekt 5G TODAY soll der Grundstein für eine effiziente Übertragung von Rundfunkinhalten in den 5G-Netzen der Zukunft gelegt werden. Es wird seit 2017 mit Mitteln der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert. „Ich freue mich, dass wir heute das erste großflächige Testnetz der Welt für 5G-Broadcasting eröffnen können“, so Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks und derzeit ARD-Vorsitzender. „Wir müssen unsere künftigen digitalen Kommunikationsinfrastrukturen so gestalten, dass weiterhin die Teilhabe aller Menschen an vielfältigen Inhalten gewährleistet ist. Ich begrüße, dass Bayern in diesem Sinne bei der Standardsetzung und Ausgestaltung unserer digitalen Welt eine Vorreiterrolle spielt.“ Bei der Verbreitung von Rundfunkinhalten fehlte bislang ein effizienter und direkter Weg, um Nutzer ohne zusätzliche Kosten für sie mit linearen Live-Inhalten auf mobilen Geräten zu erreichen. Deshalb hat der BR zusammen mit dem IRT und drei Branchenführern im Jahr 2017 das 5G TODAY-Projekt gestartet. Damit wird getestet, wie auf der Basis von 5G-Broadcasting zukünftig eine Infrastruktur geschaffen werden kann, die sich zur gleichzeitigen Versorgung von Millionen künftiger 5G-Mobilgeräte eignet. Dabei sollen weder die regulären Mobilfunknetze belastet werden, noch zusätzliche Kosten für die Bürger entstehen.

Telefónica Deutschland erprobt 700 MHz

Telefónica Deutschland stellt dem Projekt die geeigneten Frequenzen zur Verfügung: „Wir unterstützen das 5G TODAY-Projekt bei der Koordination des genutzten Spektrums im 700-MHz-Band. Uns liegt viel daran, mehr über die großflächige Ausbreitung im Bereich von 700 MHz und damit die Anwendung sehr großer Funkzellen zu erfahren“, so Gerald Huber, Senior Manager 5G Projects bei Telefónica Deutschland.

Ergebnisse werden Ende Oktober erwartet

Koordiniert wird das Projekt vom Institut für Rundfunktechnik (IRT). Das IRT entwickelte auch einen Prototypen eines FeMBMS-Empfängers auf Basis der Software Defined Radio Technik (SDR). In Zukunft könnte diese Technologie in Smartphones, Tablets und TV-Geräten für den Empfang von Rundfunk über 5G integriert werden. Der Testempfänger für den Senderstart wird freundlicherweise vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig zur Verfügung gestellt. Der Testbetrieb von 5G TODAY läuft von nun an bis Herbst 2019, danach werden die Ergebnisse ausgewertet und die weitere Verwertung der Erkenntnisse geplant. Das Projekt endet am 31. Oktober dieses Jahres.
Über 5G TODAY: Im Rahmen des bayerischen Forschungsprojekts 5G TODAY entsteht seit 2018 im Bayerischen Oberland ein LTE/5G-Testfeld für den Rundfunk. Unter Leitung des IRT untersuchen die Projektpartner Kathrein und Rohde & Schwarz die großflächige TV-Übertragung im Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service). Unterstützt wird das Projekt von den assoziierten Partnern Bayerischer Rundfunk (BR) und Telefónica. Die Forschungsarbeiten haben zum Ziel, künftig die effiziente Verbreitung von Rundfunksignalen kombiniert mit attraktiven Diensten im Netz der Zukunft zu ermöglichen. Dafür werden zwei Hochleistungssender (High-Power-High-Tower) mit 100 kW ERP von Rohde & Schwarz an den Senderstandorten des Bayerischen Rundfunks in München-Ismaning und auf dem Wendelstein (Höhe 1828 m) installiert. In diesem Zuge werden Antennen von Kathrein integriert und speziell für den Mobilfunkempfang optimiert. Die beiden Testsender werden in einem Gleichwellennetz (SFN: Single Frequency Network) über Kanal 56/57 (750–760 MHz) betrieben. Die Frequenzen für die Testsender werden von Telefónica zur Verfügung gestellt. Das Forschungsprojekt 5G TODAY wird über die Laufzeit von 28 Monaten durch die Bayerische Forschungsstiftung gefördert. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.5g-today.com.

Autor: Jörg Borm

Manager Corporate Communications | Jörg Borm hat als Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik zunächst einige Jahre selbst den Netzausbau aktiv vorangetrieben, bevor er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für E-Plus auf regionaler Ebene aufbaute und leitete. Sein fundiertes Wissen aus den Bereichen Kommunikation, Politik, Verwaltung und seine Erfahrungen aus vielen Ratssitzungen und Bürgerveranstaltungen bringt er seit 2006 als Pressesprecher des Unternehmens auch national ein. Er ist aktuell verantwortlich für den redaktionellen Themendienst Verbraucher & Service, die regionale Kommunikation, die Themen Umwelt und Technik (CSR) sowie die Vertriebskommunikation. Außerdem ist er Experte in Sachen Roaming.